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Die drei K’s: Korso, Kaffee und Karossen
 

Mit dem Amphibienfahrzeug aus dem 1960er Jahren sind wir im Korso dabei.
Der Sonntag der Einbecker Oldtimertage ist in diesem Jahr mit einem einzigen Buchstaben zu beschreiben: K. :-) Denn neben dem beliebten Korso durch die Innenstadt, findet zeitgleich auch das 2020 ins Leben gerufene Event „Kaffee & Karossen“ statt. Dadurch gilt in diesem Jahr erstmals auch für den Korso, dass es keine Baujahresbeschränkung gibt und jeder der Lust hat mitfahren kann. Und das sind eine ganze Menge, inklusive mir. ;-)


Wenn es regnet, schwimmen wir eben…

Vor zwei Jahren habe ich selbst noch am Straßenrand den vorbeifahrenden Fahrzeugen zugewunken. Heute möchte ich die Stimmung beim Korso fühlen und bin deshalb mit unserem Werkstattleiter Michael in einem ganz besonderen Hingucker unterwegs: einem strahlend gelben Amphicar. Und warum nur zu zweit fahren, wenn es zu viert doppelt so viel Vergnügen macht?

Da wir auf der Rückbank noch Platz haben, begleitet uns mein Kollege Maximilian, der im PS.SPEICHER für die Archivarbeit zuständig ist. Und weil unverhofft oft kommt, lädt Michael auch kurzerhand meinen Freund mit auf die Fahrt ein, der sich ursprünglich unter die Zuschauer mischen wollte. Michael ist heute wieder ganz in seinem Element. Da ist Spaß garantiert. :-) Wir starten mit "unserem Boot“ im hintersten Drittel des Korso. Schon auf dem Parkplatz sind wir uns der lustigen Sprüche der anderen Teilnehmer sicher. „Ahoi“ und „Warum habt ihr keine Schwimmwesten an?“ sind da nur der Anfang. Ich weiß gar nicht, was die haben... Immerhin sind wir in dem Schwimmwagen bestens für den angesagten Regen gerüstet... ;-)

Die Stimmung die ich miterleben wollte ist sofort spürbar, als wir am PS.SPEICHER losfahren. Dutzende Zuschauer winken und lächeln uns zu (und wir winken und lächeln natürlich zurück). Und das geht auf der ca. einstündigen Route auch die ganze Zeit so weiter. Überall warten Menschen am Straßenrand auf die Fahrzeuge. Vom Baby bis zum Greiß – alle sind dabei. Ich freue mich und finde es großartig, dass die Leute den Korso so gut annehmen und am Straßenrand auf die Fahrzeuge warten. Teilweise sitzen sie in Campingstühlen auf dem Bürgersteig, in ihren Vorgärten aus denen sie uns fröhlich zuprosten, oder an Bushaltestellen. Überall sind Fotoapparate und Handykameras gezückt. Die gute Laune ist spürbar und die Freude der Kinder, denen wir zuwinken, zuckersüß.

Immer wieder erkennen Zuschauer, dass es sich bei unserem Gefährt um ein Amphibienfahrzeug handelt. „Jetzt kommt ein Schiff“, oder „Wo wollt ihr mit eurem Boot hin? Zur Ilme geht’s in die andere Richtung!“, sind nur einige der Sätze, die sie uns amüsiert zurufen. Teilweise ist auch ungläubiges Staunen dabei. Bei einem kurzen Stopp geht ein älterer Herr sogar gefährlich tief in die Knie. Da er uns nicht glauben möchte, dass es sich wirklich um einen Schwimmwagen handelt, checkt er lieber selbst mit einem Blick unter das Heck, ob wir eine Schiffsschraube „an Bord“ haben. Haben wir tatsächlich, zwei sogar. ;-) Und nicht nur die. Das Fahrzeug aus den 1960er Jahren ist zudem anstelle einer Hupe, mit einem Nebelhorn ausgestattet, das Michael ein ums andere Mal ertönen lässt. Und wenn er das gerade nicht tut, drücke ich drauf, um in das Hupkonzert der anderen Fahrzeuge mit einzustimmen. An der Begeisterung der Menschen ist deutlich zu merken, dass Michael mit der Auswahl dieses außergewöhnlichen, nicht alltäglichen Wagens wohl die richtige Wahl getroffen hat.


Mir tun vor Lachen schon alle Gesichtsmuskeln weh

Ich hatte mir den Korso zwar schon im Vorfeld lustig und schön vorgestellt, aber meine Erwartungen werden absolut getoppt. Es macht noch viel mehr Spaß, als ich gedacht habe. :-) Michael reißt, ganz so wie ich ihn kenne, einen Kalauer nach dem anderen und das nicht nur in die Richtung seiner Beifahrer. Auch Passanten sind nicht vor ihm „sicher“, genauso wie der Fahrer im VW Scirocco 2 vor uns, zu dem er während eines Stopps spontan zu einem kurzen Benzingespräch aufbricht. Warum dieser die Motorhaube mit dem Gesicht von Wolfgang Petry lackiert hat, möchte ich zwar auch gern wissen, nutze stattdessen aber die Zeit, um Bilder vom Korso zu machen. Während der Fahrt (obwohl überwiegend im ersten Gang), ist das leider nur verschwommen möglich. Außerdem schaue ich ja die meiste Zeit auf den vorausfahrenden Scirocco und den uns nachfolgenden Karman Ghia mit meinem Kollegen Markus am Steuer. Ja, "unser Amphicar" ist eingerahmt von Modellen aus dem Automobil- und Karosseriebauunternehmen Karmann in Osnabrück. Den dort ist auch der VW Scirocco 2 gebaut worden. Dieser setzt sich, ebenso wie die vor ihm fahrenden Fahrzeuge, wieder in Bewegung. Michael auch in Richtung Auto, es kann weiter gehen und zwar damit, dass er immer mal wieder auf der Suche nach einer jungen Frau zum Mitreisen ist. Halllooo, ich sitze doch schon drin... ;-) Fakt ist, wir kommen während der Fahrt kaum aus dem Lachen heraus.

In diesem Jahr führt die Route auch am PS.Depot Lkw + Bus vorbei. Theoretisch, denn als wir ankommen, ist bereits wegen Überfüllung „geschlossen“. Ok, also weiter geradeaus. Nachdem wir in der Grimselstraße feststecken, aktuell geht es nicht vor und zurück, beginnt der angesagte Regen einzusetzen. Und während viele der anderen Teilnehmer ihre Dächer schließen, entscheiden wir uns weiterhin offen zu fahren… Hey, immerhin befinden wir uns in einem Auto, dass für Wasser konzipiert ist. Und als ob der Wettergott testen möchte, ob das Amphicar tatsächlich noch schwimmen kann, kommt immer mehr Wasser von oben. Dazu eine kurze Anekdote: Im Gewässer war das Exponat aus dem PS.Depot Automobil übrigens tatsächlich schon, wie uns Michael erzählt. An seinen Schwimmfähigkeiten gibt es also keinen Zweifel!

Als wir auf dem Marktplatz ankommen, zugegeben mittlerweile einigermaßen durchweicht aber immer noch bester Stimmung, schenken uns umstehende Bürger zwei Regenschirme. Das ist ja nett und verleiht unserer Fahrt obendrein noch das gewisse I-Tüpfelchen. Für einen Schnappschuss des „etwas anderen Amphicars“ steige ich hier selbst nochmal aus. Auf der letzten Etappe ist nicht nur unser Gelächter weithin zu hören, sondern auch das der Zuschauer, bei denen unser Anblick für Heiterkeit sorgt. Ab jetzt bekommen wir Zurufe, dass wir das Amphicar doch einfach umdrehen sollen, bzw. das wir anstelle von Regenschirmen wohl lieber Ruder an Bord gehabt hätten. Ja, Michael hat definitiv die richtige Fahrzeugwahl getroffen. Die Fahrt in dem Amphicar mit den Jungs, inklusive unserer beiden Regenschirme, hat so viel Spaß gemacht, ich möchte es gegen kein anderes Fahrzeug tauschen. :-)

Als wir wieder auf dem PS.SPEICHER Gelände ankommen, ist der Regenschauer auch so gut wie vorbei. Kurz darauf brennt die Sonne wieder vom Himmel. Beste Voraussetzungen für das "Kaffee- &-Karossen-Fahrzeugtreffen", dass bereits in vollem Gange ist. Schon vor dem Start des Korso sind die ersten Fahrzeuge eingetroffen. Für unserer FsJlerin Andrea, die den Korso fotografiert hat, ist es das erste Mal "Kaffee & Karossen". Mit ihr wechsele ich mich auf den verschiedenen Parkflächen rund um den PS.SPEICHER ab, um die wunderschöne Old- und Youngtimer, Muscle-Cars, Sportwagen und getunten Fahrzeuge für unsere Social-Media-Kanäle abzulichten, die wieder bei uns zu Gast sind. Ein gelungener Tag voller Benzingeruch geht zu Ende. In drei Wochen gibt es eine Wiederholung von "Kaffee & Karossen". Ich freue mich schon drauf.

Für alle, die den Korso noch einem erleben möchten, von den Einbecker Oldtimertagen gibt es eine Folge PS.SPEICHER TV unter folgendem Link: https://bit.ly/3CoKNjA