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Geschafft! Hamburg - ENDLICH - Teil 1

Für die nächsten vier Wochen in Hamburg zuhause, um am Seminar für Volontäre an der Akademie für Publizistik teilzunehmen. Und was muss ein Besucher in Hamburg unbedingt gesehen haben? Das Rathaus! :-)

Ab jetzt heißt es: "Moin Moin"

Ich bin da! Im „Venedig an der Elbe“ – endlich! Ich freue mich, als ich am 17. Oktober in Hamburg eintreffe. Bereits seit meiner Jugend war es immer mein Traum, in der Millionenstadt zu leben. Nun wird er wahr. Zumindest für die nächsten vier Wochen. Der Grund: im dritten Versuch schaffe ich es endlich, am für meine Ausbildung vorgeschriebenen „Volontärskurs Print/Online“, an der Hamburger Akademie für Publizistik teilzunehmen. Bereits zwei Mal musste ich ihn aufgrund des Corona-Wirrwarr verschieben. Den nächsten Monat verbringe ich mit 18 weiteren Volontär*innen von Tageszeitungen und Fachzeitschriften in einem Seminarraum in der Speicherstadt – mit „Fleetblick“.

Ich muss zugeben, dass ich mich bereits zwei Wochen vor Seminarbeginn ziemlich verrückt mache, was die Inhalte, wie Nachrichten verfassen, Teaser entwickeln, Kommentar und Portrait schreiben, angeht. Die Themen die auf dem Lehrplan stehen, sind eher auf angehende Lokalredakteure zugeschnitten und unterscheiden sich doch sehr von meiner Arbeit im PR-Bereich.

Zwar habe ich während Praktika in Lokalredaktionen die ein oder andere Nachricht geschrieben, aber das ist ewig her. Ich bin gespannt. Mal schauen, was ich von den Profis lernen kann und wo ich es brauche. Schließlich weiß ich nicht, wohin es mich nach Ende meiner Ausbildung verschlägt. Also Schulbank (in diesem Fall Stuhl) drücken und gut aufpassen!


Vom Traum zum Albtraum 

Bevor ich in das Seminar starte, steht erstmal der Einzug in die Unterkunft an. Mit ordentlich Gepäck (ich bleibe immerhin vier Wochen ;-) ) stehe ich vor dem Haus im Stadtteil Hohe-Luft, das in den kommenden Wochen mein Zuhause ist. Wie der Name schon sagt, erstmal Luft holen und Klamotten in den vierten Stock schleppen (Fahrstuhl Fehlanzeige).

Gefunden habe ich ein Zimmer in der Wohngemeinschaft der 65-jähirgen Rentnerin Birgit und der 35-jährigen Carmen. Bereits im Frühjahr hatte sich Birgit auf meine Anzeige gemeldet, als ich für den Volokurs im Mai / Juni auf Zimmersuche war. Nachdem das Seminar aufgrund von Corona nur als „Zoom-Veranstaltung“ durchführbar war, entschied ich mich dazu es abzusagen. Dennoch bot Hauptmieterin Birgit mir an, dass ich das Zimmer stattdessen im Oktober / November bewohnen kann.

Angesehen habe ich mir die Wohnung (in der nun außer Birgit nicht mehr Carmen, sondern die 25-jährigen Luisa lebt) im Vorfeld nicht. Ist ja nur für vier Wochen, die gehen schnell vorbei. Dachte ich, bis ich mich ziemlich geschockt in der Wohnung wiederfinde. Hätte ich vorher doch mal lieber eine Besichtigung gemacht... Was ich aus meinem Versäumnis gelernt habe? Diesen Fehler mache ich in der Zukunft kein zweites Mal!

Ohne zu tief ins schmutzige Detail zu gehen, ein Tipp an dieser Stelle in die Runde... Egal wie kurz ein Mietzeitraum erscheinen mag, wenn ihr nicht in Wohnungen landen wollt, wie sie aus einschlägigen RTL2-Sendungen bekannt sind, schaut euch auf jeden Fall vorher an, wie die Unterkunft aussieht in der ihr leben möchtet. Und genauso wichtig: trefft euch mit euren Mitbewohnern und schaut, ob ihr euch versteht. Ein Telefonat kann einen persönlichen Kontakt in keinem Fall ersetzen!

Hätte ich diese Tipps vorher beherzigt, hätte ich meinen ersten Nachmittag / Abend in Hamburg statt mit putzen, wohl mit Sightseeing verbracht. Und die Wochen nicht mit einer Rentnerin verlebt, die offenbar jemanden gesucht hat, an dem sie ihre chronisch schlechte Laune auslassen kann, was meine Zeit als „Hamburger Deern“ leider ordentlich überschattet hat. :-(


Herzlich Willkommen an der AfP

Am Montag ist es dann soweit. Der Kurs an der Akademie für Publizistik (kurz: AfP) beginnt. Mit dabei sind Volontär*innen von 21 bis 51 Jahren, überwiegend aus Norddeutschland. Außer mir arbeiten vier weitere Volos im PR-Bereich. Die 14 anderen Teilnehmer sind angehende Lokaljournalisten. Von 9:30 bis 18 Uhr widmen wir uns nun einen Monat lang den journalistischen Darstellungsformen, bekommen Fachwissen von renommierten Dozenten vermittelt, schreiben Texte und arbeiten in Gruppen.

Die erste Woche steht ganz im Zeichen von Nachrichten schreiben und redigieren. Wie schreiben wir News für den Leser verständlich? Was macht eine gute Push-Nachricht aus? Wie unterschiedlich müssen Redakteure für die Bereiche Print und Online texten? Wie korrigieren wir Texte von Kollegen, ohne ihnen unseren Stil aufzudrücken?
Wir erfahren mehr über die Wichtigkeit von Bildunterschriften (ja, die sollte auf jeden Fall zu dem passen, was auf dem Foto zu sehen ist ;-)) und bauen Spannung durch Teaser und Überschriften auf. Die erste Woche endet mit der Digitalen Transformation der Medienlandschaft.


Hey, ich bin… und arbeite bei…

Abseits des Seminars lernen wir Teilnehmer uns kennen. Das wir mehr übereinander erfahren, liegt auch unserer Seminarleiterin Anne am Herzen. Bereits am zweiten Abend reserviert sie einen Tisch und begleitet die Gruppe zum Abendessen auf die Schanze. Das Schanzenviertel kannte ich bis dato nur aus den Berichterstattungen über „Krawallnächte“ (inklusive fliegender Pflastersteine) in Kombi mit dem 1. Mai. Auch als Touri war ich nie in dem Viertel. Das ändert sich nun, als wir in gemütlicher Atmosphäre beim Italiener sitzen, Pizza und Pasta verzehren und uns austauschen.

Ich knüpfe während der ersten Woche Kontakt zu meiner Sitznachbarin Anke (51, Volontärin bei einer Tageszeitung). Mit ihr verbringe ich in den kommenden Wochen die ein oder andere Mittagspause in einem der umliegenden Restaurants oder bei schönem Wetter mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Hafen.


Sie ist tatsächlich da...

Am ersten Wochenende bekomme ich Besuch aus der Heimat. Gemeinsam mit meinem Freund nehme ich an einer Stadtführung durch Hamburg teil. Unser Stadtführer ist echt cool, wir haben jede Menge Spaß und die Stadtführung noch ein Nachspiel (dazu später mehr).

Am Abend schleppe ich meinen Freund auf die Reeperbahn in die Bar von Olivia Jones. Wollte ich immer schon mal hin... ;-) Dass ich die bekannte Drag Queen tatsächlich zu Gesicht bekomme, damit habe ich nicht wirklich gerechnet. Aber sie ist vor Ort. Schnell das Handy gezückt und ein Foto geschossen, schon ist sie in einem ihrer anderen Lokale verschwunden. Ein gelungener Abend, bevor es in Woche zwei weitergeht. Das Programm: Storytelling, Interview, Presserecht und Ethik im Journalismus.
 

Schon seit meiner Teeniezeit wollte ich immer in der wunderschönen Hansestadt Hamburg leben. Nun erfüllt sich dieser Traum. Ich bin eine "Hamburger Deern". Zumindest für die nächsten vier Wochen, während meiner Weiterbildung an der Akademie für Publizistik.

Am ersten Wochenende zieht es mich auf die Hamburger Reeperbahn. Und wo ich schon mal da bin, besuche ich den Travestie-Show-Club von Olivia Jones. Und tatsächlich sehe ich die berühmte Drag Queen vor ihrem Lokal. Zwar nicht mein gelungenstes Foto, aber ein Erinnerungsschnappschuss.