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Hallo und Auf Wiedersehen

Für die Titelstory wird in der Region um Einbeck fotografiert.
Heute betreue ich zum ersten Mal eigenverantwortlich ein Fotoshooting für unseren Neuzugang: einen Fiat Barchetta (Baujahr 1998). Der Youngtimer „reist“ aus Kiel an, mit seiner Besitzerin Bérénice Schneider am Steuer. Die Autorin und freie Journalistin schreibt unter anderem für die "Motor Presse Stuttgart". Fotoproduktionen mit Fahrzeugen sind daher ihr täglich Brot. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie dem Fahrzeug, das ihrer verstorbenen Mutter gehört hat und an dem ihr Herz und so viele Erinnerungen hängen, eine emotionale Abschiedsgeschichte widmet.

Zwar habe in den letzten sechs Monaten schon Fahrzeugshootings miterlebt, mein Alltag ist es aber bei weitem nicht. Komplett auf mich allein gestellt war ich bislang noch nicht, da immer ein Kollege oder Ehrenaktiver vor Ort dabei gewesen ist. Ich weiß im Vorfeld nicht, wo Bérénice und ihr Fotograf Arturo heute die Aufnahmen machen wollen, daher bin ich schon etwas nervös. Ich möchte schließlich, dass alles reibungslos klappt und außerdem „erprobe“ ich heute erstmals ein paar der Fotolocations, die meine Kollegin Christina und ich im Vorfeld auf unseren Oldtimerfahrten angesteuert haben. Für die „Hinter-den-Kulissen-Bildern“, wechsele ich mich beim Fotografieren mit Andrea ab. Sie absolviert seit September ihr Freiwilliges soziales Jahr in der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und ist heute das erste Mal bei einem Fahrzeugshooting dabei.
 

Erster Fotopunkt - Praxischeck

Zuerst geht es an einen Fotopunkt im Wald. Sonst ist hier so gut wie nie etwas los, aber wie es immer so ist (#Vorführeffekt), ausgerechnet heute wimmelt es nur so von Passanten und Spaziergängern, die immer wieder die Aufnahmen „stören“. Also geht es recht schnell zur zweiten Waldlocation. Hier klappt das Fotografieren besser. :-)

An diesem Tag haben wir über Einbeck einen strahlend blauen Himmel, aber es ist fast Winter und die Temperaturen sind bereits recht niedrig. Das sollen die Betrachter später auf den Fotos natürlich nicht sehen. Winterjacke daher Fehlanzeige! Bérénice muss im dünnen Pulli frieren, während Arturo, Andrea und ich hinter der Kamera in dicke Jacken eingemummelt sind. Die Ärmste tut mir schon leid, aber die Geschichte verlangt nun mal einen fröhlichen Trip im Sonnenschein.
 

Dichter geht’s nicht mehr!

Dann stehen die Car&Car-Aufnahmen an. Bislang habe ich mir diese Art zu fotografieren immer vom Straßenrand angeschaut und für die Making-Of-Bilder unserer Social-Media-Kanäle festgehalten. Das übernimmt heute Andrea, denn zum ersten Mal steuere ich das Fahrzeug aus dem Arturo die Aufnahmen des Barchetta macht.

Die erste Strecke fahre ich voraus. Die Anweisung: Ich soll am besten nicht in den Rückspiegel gucken, denn so eng wie Bérénice für die Aufnahmen an meiner Stoßstange kleben muss, würde mich nur nervös machen. Ansonsten exakt die gleiche Geschwindigkeit beibehalten und ach gaaanz wichtig: Auf gar keinen Fall bremsen! Hm, wir befinden uns auf einer abschüssigen Straße und der Wagen nimmt automatisch immer mehr Fahrt auf... Gar nicht bremsen, funktioniert hier nicht, also bremse ich zumindest ganz zart. Naja und einen Blick (na klar, wie sollte es auch anders sein ;-) ) in den Rückspiegel riskiere ich natürlich auch. Schon sehr dicht, aber ok.

Auf dem Weg nach oben bin ich es, die sehr dicht an der Stoßstange des gelben Flitzers hängen muss. Für Arturo kann es gar nicht nah genung sein. „Noch dichter ran, noch dichter ran“, lautet seine Instruktion. Das ist jetzt wirklich zu dicht für mein Empfinden, aber es klappt. Nur noch einmal hoch- und runterfahren, dann hat er die Car&Car-Bilder im Kasten. Hat schon Spaß gemacht, muss ich zugeben. ;-)

Jetzt heißt es erstmal Mittagspause. In Zeiten von Corona geht das natürlich nicht gemeinsam. Bérénice und Arturo stehen mit ihren belegten Brötchen am Barchetta und diskutieren das weitere Vorgehen. Andrea und ich essen unseren Snack im Firmenwagen. So gibt es leider keine Möglichkeit, dass beim gemeinsamen Plaudern abseits der Arbeit, die ein oder andere Anekdote zum Fahrzeug ans Licht kommt. Schade… :-( Gerade da ich es immer spannend finde, die Historie und die Erlebnisse eines Autos zu kennen.


Glückskäfer zum Abschied

Im Anschluss fahren wir an mehrere Fotostationen in der Innenstadt. In der Abenddämmerung kommt der Fiat am PS.SPEICHER an. Danach geht es in seine neue Heimat: Das PS.Depot Automobil. Hier finden die Abschlussaufnahmen statt. Andrea, unser Werkstattmechaniker Michael, der den Wagen im PS.Depot in Empfang nimmt, und ich sind Zeugen eines rührenden Abschieds.

Bérénice legt zärtlich ihre Hand auf die Motorhaube und verabschiedet sich ganz still und leise von ihrem Wegbegleiter. Dabei bekommt sie Gesellschaft von einem Marienkäfer, der neben ihrer Hand auf der Motohaube landet. Schon bei ihrer Abfahrt in Kiel habe ein Marienkäfer auf dem Fahrzeugdach gesessen, berichtet die junge Journalistin. Ein schöner Abschluss, wie ich finde, bevor der Fiat zu den großen (VW-)Käfern ins PS.Depot einzieht.