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Mein steiniger Weg ins Volontariat

Erst das Studium dann der Traumjob! Bei vielen Uniabsolventen trifft das bestimmt zu, bei mir lief es nicht so glatt. Ich habe einige (Um-)Wege genommen, um ans Ziel zu kommen...

Texte zu verfassen, die den Leser fesseln und berühren, das schafft nur Sprache - sie ist der Schlüssel zu allem. Für diese Texte die verschiedene Medienkanäle zu nutzen, um Wissen und Neuigkeiten weiterzugeben, das hat mich schon immer fasziniert.

Irgendwas mit Medien….

Schon als kleines Mädchen habe ich in meinem Kinderzimmer Stunden damit verbracht mir Geschichten auszudenken. Ich habe es geliebt, sie aufzuschreiben; wenn ich nicht gerade gelesen habe. Ich wollte „mit Texten arbeiten.“ Dass mich mein Berufswunsch in die Welt der Medien führt, war mir also schon früh klar. Die logische Konsequenz: Ich entschied mich für ein Deutsch- und Geschichtsstudium an der Universität Göttingen.

Noch heute erinnere ich mich an meine erste Vorlesung, als der Dozent in hunderte von Gesichtern blickte und sagte: „Sie haben sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entschieden. Herzlichen Glückwunsch, die Hälfte von Ihnen fährt später Taxi." Damals erntete er dafür Gelächter, aber Unrecht hatte mein Dozent wahrscheinlich nicht.
Ein Taxi habe ich zwar bislang nicht gesteuert (man weiß ja nie, was noch kommt) aber mein Start ins Berufsleben, beziehungsweise in meinen Traumjob gestaltete sich tatsächlich schwieriger als gedacht.

Nach meinem Abschluss folgten unbezahlte Praktika bei Tageszeitungen, Magazinen und im Lektorat. Ich wollte im Volontariat (der zweijährigen Ausbildung zur Redakteurin) gerne die Pressearbeit von der Pike auf lernen. Als „kostenlose Praktikantin“ habe ich immer eine Stelle bekommen, weiter ging es danach in dem Unternehmen aber nicht. Denn die Volontariatstellen waren schon auf Jahre besetzt.

Auch die Aussagen, dass die Branche zur damaligen Zeit mehr Stellen abbaut, als Mitarbeiter einstellt, mochte ich irgendwann nicht mehr hören. Ein wichtiger Faktor war außerdem die Zeit. Denn je mehr von ihr verging, desto mehr frische (und jüngere) Absolventen kamen auf den Markt. Die Einladungen zu Vorstellungsgesprächen reduzierten sich.
 

Schwerer als gedacht!

Für Volostellen beziehungsweise den direkten Berufseinstieg (der gestaltet sich ohne abgeschlossenes Volo ja ohnehin noch um ein vielfaches schwieriger) habe ich mich in ganz Deutschland beworben - ohne Erfolg. Daher musste ein Plan B her.

Ich habe eine Stelle im Buchhandel angenommen. Immerhin noch etwas, das zumindest mit Literatur zu tun hatte, aber für immer machen wollte ich das nicht. Nach drei Jahren Abstinenz entschloß ich mich, mich doch noch einmal initiativ für ein Verlagspraktikum bei einem Monatsmagazin zu bewerben. Ich wollte herausfinden, ob der Job in der Redaktion
immer noch das war, was ich machen möchte, oder sich das mittlerweile verändert hat.

Was soll ich sagen? Hat es nicht, das merkte ich sofort. Und dieses Mal bekam ich nach dem Praktikum die Chance, meinem Traumjob näher zu kommen. Es folgte eine Stelle als freie Mitarbeiterin.

Aber auch hier gab es für die nächsten zwei Jahre keine Aussicht auf eine Volontariatsstelle (geschweige denn auf eine Festanstellung), da der Verlag kurz zuvor gerade eine Volontärin eingestellt hatte. Dass sie nach ihrem Volontariat in die Festanstellung übernommen werden soll, wird immer klarer. Und damit auch, dass keine neuen Volontariatsstelle mehr geschaffen wird. Die Redaktion war voll besetzt. Freie Mitarbeit war auf die Dauer für mich zu ungewiss, bin ich doch jemand, der Sicherheit und ein geregeltes Einkommen braucht.
 

Endstation Behörde?

Ok, also Plan C. Auf Umwegen landete ich schließlich in einer Behörde. Die Tätigkeit dort hat nun so gar nichts mehr mit dem zu tun, was ich einst machen wollte. Mein Traum von der Pressearbeit rückte in weite Ferne. Kreativ arbeiten, schreiben, recherchieren, das fehlt mir jeden Tag. Kein Wunder also, dass ich weiterhin nach Feierabend auf den Jobbörsen nach neuen Stellenanzeigen schaute.

Meine Bewerbungen gingen an einen bunten Blumenstrauß aus Tageszeitungen, Monatsmagazinen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsstellen, Stadt- und Lifestylemagazine, Frauen- und Familienzeitschriften, sowie TV-Zeitungen.
 

Der Schritt ins Volontariat

Anfang Februar 2020 entdecke ich die Stellenausschreibung vom PS.SPEICHER. Und diesmal klappt es. Ich bekomme das Volontariat und das sogar noch direkt vor der Haustür. Wohl auch so etwas wie meine letzte Chance, um doch noch in diesem Berufsfeld Fuß zu fassen (ich bin mittlerweile 34 Jahre alt, also eigentlich 10 Jahre „zu alt“ um nochmal neu anzufangen).

Es war ein steiniger Weg. Jetzt kann ich endlich das machen, was ich schon immer machen wollte. Habe ich in den vergangenen Jahren mit meiner Wahl Geisteswissenschaften zu studieren gehadert? Ja, sehr sogar! Ich habe oft gegrübelt und gezweifelt, aber so ganz die Hoffnung aufgegeben, dass es doch noch klappen kann, habe ich nicht. Und am Ende bin ich belohnt worden. Mit vielen tausenden Pferdestärken. :-)