
Zinkpest
Der Albtraum der Sammlerschaft

Zinkdruckguss, das Grundmaterial der meisten Modellautos, ist eine Legierung aus Magnesium, Zink, Aluminium und Kupfer. Im richtigen Mischungsverhältnis ist das Material nahezu unbegrenzt haltbar. Dieses Lada-Modell aus russischer Produktion zerfällt jedoch langsam.
Die sogenannte Zinkpest ist ein schleichender Prozess. Interkristalline Korrosion verändert das Kristallgefüge und lässt das Material aufquellen. Im Anfangsstadium zeigen sich zunächst Auffälligkeiten an der Lackierung. Später können ganze Teile herausbrechen, wie bei diesem Modell zu sehen ist.
Die Ursache liegt in der Herstellung der Legierung: Aus verschiedenen Gründen können ihre Bestandteile im falschen Mengenverhältnis gemischt werden. Eine mögliche Ursache ist mangelnde Erfahrung bei der Herstellung. Auch eine eingeschränkte Verfügbarkeit der vier Grundmetalle kann dazu führen, etwa bei der Produktion in Kriegszeiten.
Eine ähnliche Situation besteht in der Sowjetunion vor dem Zusammenbruch des politischen Systems. Da der russische Rubel zu diesem Zeitpunkt kaum einen Wert besitzt, können nicht alle Grundmaterialien auf dem Weltmarkt ausreichend eingekauft werden.
Die Zinkpest lässt sich nicht aufhalten. Ein so stark betroffenes Modell ist daher eigentlich verloren. Darf es trotzdem in einer Sammlung bleiben? Das entscheidet jeder für sich. Dieses Modell wird Teil eines Langzeitversuchs. Schauen Sie es sich doch in einigen Jahren noch einmal an.
