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Stifter des PS.SPEICHER feiert 90. Geburtstag

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

EINBECK. Am 7. Dezember feiert Karl-Heinz Rehkopf seinen 90. Geburtstag. Was einst mit einem gebrauchten Motorrad für 100 D-Mark begann, führte den Unternehmer, Sammler und Stifter zum Aufbau des Oldtimer- und Erlebnismuseums PS.SPEICHER in Einbeck.


Karl-Heinz Rehkopf feiert seinen 90. Geburtstag und blickt auf sein Lebenswerk PS.SPEICHER zurück.
Der Stifter des PS.SPEICHER, Karl-Heinz Rehkopf, feiert dieses Jahr seinen 90. Geburtstag. Bildquelle: Frank Stefan Kimmel / FSK-Photography

Karl-Heinz Rehkopf war schon als Jugendlicher fasziniert von allem, was sich bewegt. Sein erstes eigenes motorisiertes Fahrzeug kaufte er in den 1950er-Jahren: eine gebrauchte Victoria V99. Das Geld dafür verdiente er mit verschiedenen Jobs.

Schon damals beschränkte sich seine Begeisterung nicht auf das Fahren. Karl-Heinz Rehkopf schraubte selbst. Denn er wollte verstehen, wie Technik funktioniert.

Es entwickelte sich über die Jahrzehnte eine umfangreiche Sammlung historischer Fahrzeuge. Motorräder bildeten zunächst den Schwerpunkt, später kamen Automobile, Lastwagen, Busse, Landmaschinen und weitere technische Zeitzeugen hinzu. Die Sammlung wuchs stetig. Irgendwann war klar: Diese Fahrzeuge waren zu wertvoll, um dauerhaft hinter verschlossenen Türen zu bleiben. „Ich wollte als Sohn armer Eltern vom Dorf etwas von meinem ungewöhnlichen beruflichen Erfolg an die Öffentlichkeit zurückgeben“, beschreibt Karl-Heinz Rehkopf seine Motivation, den PS.SPEICHER zu eröffnen.

 

Die Idee für den PS.SPEICHER

 

Anfang der 2000er-Jahre nahm die Idee eines eigenen Museums konkrete Formen an. Rehkopf suchte nach einer Möglichkeit, seine Sammlung dauerhaft zu bewahren und gleichzeitig für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. 2009 schenkte er der Öffentlichkeit den größten Teil seiner Oldtimersammlungen und gründete die gemeinnützige STIFTUNG PS.SPEICHER. Er erwarb dafür im selben Jahr das historische Einbecker Kornhaus. Das denkmalgeschützte Gebäude sollte zum Mittelpunkt eines neuen Museums werden.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Kunsthistorikerin Gabriele Rehkopf, und einigen Weggefährten plante Karl-Heinz Rehkopf dabei von Anfang an größer als nur eine klassische Fahrzeugausstellung. Die Besuchenden sollten nicht einfach an aufgereihten Oldtimern vorbeigehen. Sie sollten Geschichte erleben, Zusammenhänge verstehen und die Faszination vergangener Mobilität erfahren.

Im Juni 2011 begannen die Bauarbeiten. Mehr als drei Jahre später, am 23. Juli 2014, öffnete der PS.SPEICHER seine Türen. Damit begann für Karl-Heinz und Gabriele Rehkopf ein neues Kapitel ihres Lebens.

 

„Das muss ein Erlebnis werden.“

 

Auch während der Planungs- und Bauphase blieben die Rehkopfs eng mit dem Projekt verbunden. Sie diskutierten Konzepte, entwickelten Ideen, trafen Entscheidungen und brachten immer wieder ihre eigene Perspektive ein. Für sie sollte der PS.SPEICHER kein Museum im klassischen Sinn sein, sondern ein Ort, der Menschen emotional erreicht.

Seine Ideen waren dabei ansteckend. Wer mit Karl-Heinz Rehkopf durch die Ausstellung geht, erlebt keinen distanzierten Stifter, der lediglich auf sein Lebenswerk blickt. Noch heute kann ihn ein besonderes Fahrzeug spontan begeistern. Bei einer alten Horex leuchten seine Augen ebenso wie bei einem seltenen Opel.

Karl-Heinz Rehkopf ist deshalb nicht nur der Gründer und Stifter des PS.SPEICHER. Er ist einer seiner wichtigsten Geschichtenerzähler.

  

Ein Museum wächst weiter

 

Mit der Eröffnung des PS.SPEICHER war die Entwicklung keineswegs abgeschlossen. Im Gegenteil: Karl-Heinz Rehkopf trieb den Ausbau weiter voran. 2015 folgten SEIN Hotel FREIgeist Einbeck und die GROSSE PS.Halle. Danach entstanden weitere thematische Ausstellungsorte: die Sammlung LKW + BUS, die Sammlung KLEINWAGEN, die LANZ-Wirtschaft, die Sammlung MOTORRAD, die Sammlung AUTOMOBIL, die SCHATZKAMMER und zuletzt die Sammlung MODELLFAHRZEUGE.

Aus dem ursprünglichen Museum im historischen Kornhaus entwickelte sich so ein weit verzweigtes Ensemble, das heute mehr als 2.500 historische Fahrzeuge und weitere Exponate umfasst.

 

Ein 90-Jähriger bleibt in Bewegung

 

Karl-Heinz Rehkopf hat in seinem Leben vieles aufgebaut: ein erfolgreiches Unternehmen, umfangreiche Fahrzeugsammlungen und mit dem PS.SPEICHER ein kulturelles Zentrum, das weit über Einbeck hinaus Aufmerksamkeit findet. Der Unternehmer, Sammler und Stifter hat mit dem PS.SPEICHER einen Ort geschaffen, an dem Generationen aufeinandertreffen: Kinder entdecken alte Technik, Sammler sprechen über seltene Fahrzeuge und Besuchende erinnern sich an ihre eigene Mobilitätsgeschichte. Zudem hat er dadurch in Einbeck dem Verfall geweihte Industriebrachen gerettet und sie einer neuen interessanten Verwendung zugeführt.

Ferner hat er einen weiteren gemeinnützigen Verein gegründet und ihm den Namen „Sch(l)aufenster“ gegeben. Diesem Verein ist es gelungen, über 60 leerstehende Schaufenster von Vereinen, Schulen, Sammlern und Unternehmen bestücken und dekorieren zu lassen. „Ich nenne das scherzhaft ‚enthässlichen‘“, sagt Karl-Heinz Rehkopf.

 

Für sein gesellschaftliches Engagement erhielt er unter anderem das Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens und 2023 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Dabei ist Rehkopf trotz aller Anerkennung der geblieben, als den ihn viele Wegbegleiter kennen: bodenständig, neugierig und voller Ideen. Vielleicht beschreibt Karl-Heinz Rehkopf selbst sein Verhältnis zu seinem Lebenswerk am treffendsten: „Ich bin der Junge vom Dorf. Und ich bin normal geblieben.“

Am 7. Dezember wird dieser „Junge vom Dorf“ 90 Jahre alt. Sein PS.SPEICHER bleibt derweil das, was Rehkopf selbst über Jahrzehnte geblieben ist: in Bewegung.




 
 
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