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Abenteuer Leben: Andreas Pröve begeistert mit 40 Jahren Reiseerfahrung im Rollstuhl

Andreas Pröve auf der Bühne der PS.Halle in Einbeck während seines Vortrags, sitzend im Rollstuhl, vor einer großen Leinwand mit einem lebendigen Foto asiatischer Bergvölker – im Hintergrund ein traditioneller Innenraum mit Feuerstelle und kunstvoll gekleideten Frauen.
Andreas Pröve live in der PS.Halle – mit Geschichten und Bildern aus 40 Jahren Reisen im Rollstuhl

Volles Haus, fesselnde Geschichten, bewegende Bilder von 40 Jahren auf Achse: Die Veranstaltung am 4. April 2025 mit Andreas Pröve war ein voller Erfolg – inspirierend, kraftvoll und zutiefst menschlich.

An Jammern verschwendet Andreas Pröve keine Zeit – im Gegenteil: Er nimmt sein Leben selbst in die Hand und macht daraus eine Geschichte voller Mut, Neugier und Entdeckergeist. Dass er seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, ist für ihn keine Bürde, sondern Teil seines Weges. Am Ende seines eindrucksvollen Vortrags war es nicht nur das Publikum, das bewegt war – auch Pröve selbst zeigte sich tief berührt vom begeisterten Zuspruch und der herzlichen Atmosphäre in Einbeck.

Ein Leben im Rollstuhl – und auf Achse

Andreas Pröve ist kein gewöhnlicher Reisender. Seit einem schweren Motorradunfall im Jahr 1981 ist er querschnittgelähmt. Doch bereits drei Jahre später machte er sich mit dem Rollstuhl auf die erste große Indienreise – entgegen aller Erwartungen. Für ihn war klar: Die Welt ruft, und er will sie erleben.

Indien – das Sehnsuchtsland

Schon in der Klinik fragte er sich: „Werde ich Indien überhaupt je bereisen können?“ Die Antwort gab er sich selbst – mit entschlossener Tatkraft. Indien wurde zur inneren Messlatte, zum Motivator und zur Reise in sich selbst. Pröve dokumentierte soziale Missstände, berichtete für terre des hommes über Kinderarbeit und tauchte in die Lebensrealität der Slumbewohner Kalkuttas ein.

Reisen mit Handarbeit

Seine Reisen sind alles andere als bequem: Pröve reist „in Handarbeit“. Er baute seinen Rollstuhl mehrfach um, entwickelte ein eigenes System zum Reifenwechsel aus dem Sitzen heraus und experimentierte später mit Handbikes und motorisierten Varianten. Heute ist sein Rollstuhl ein technisches Meisterwerk, mit dem er – wie er selbst schmunzelnd sagt – auch mal einen LKW überholen kann.

Unterwegs entlang der großen Flüsse

Besonders faszinierend sind Pröves Reisen entlang legendärer Flüsse wie dem Ganges, dem Mekong und dem Jangtsekiang. Am Ganges wird er von Sherpas über steile Wege getragen, beim Mekong kämpft er sich durch das Verkehrsgewühl von Ho-Chi-Minh-Stadt, und in China begegnen ihm Wüsten, Megastädte und leuchtende Regenbogenberge.

Andreas Pröve auf der Bühne der PS.Halle in Einbeck während seines Vortrags, vor einer Großbildprojektion, die ihn mit einem Spezialrollstuhl in einer schneebedeckten Gebirgslandschaft zeigt – begleitet von Helfern, die ihn bei einer Etappe im tibetischen Hochland unterstützen.
Grenzen überwinden: Andreas Pröve zeigt eine Szene aus dem tibetischen Hochland, wo er mit Hilfe seiner Sherpas-Freunde selbst unwegsames Gelände im Rollstuhl meistert

Nah bei den Menschen – und manchmal im Boot

Was seine Reisen so besonders macht, ist die Nähe zu den Menschen. Weil Andreas Pröve oft auf Unterstützung angewiesen ist, öffnen sich Türen und Herzen ganz von selbst. In China zum Beispiel wird er – sehr zur eigenen Überraschung – von einer Gruppe überaus freundlicher Helfer kurzerhand in ein Boot gesetzt. Dass er eigentlich gar nicht Boot fahren wollte, ging im Eifer des Gefechts unter. Alle wollten helfen, anfassen, tragen. Pröve nahm es mit Humor und mit dem Wissen, dass man solchen Momenten besser mit einem Lächeln begegnet als mit Widerstand.

Ein begeistertes Publikum

In einem mitreißenden Zusammenspiel aus Bildern, Videos und Anekdoten entführte Pröve das Publikum auf eine Reise durch vier Jahrzehnte Abenteuer. Die Stimmung war gelöst, herzlich – und am Ende einfach dankbar.

Dr. Günter Diener von den FörderFreunden PS.SPEICHER erinnerte daran, dass man Andreas Pröve bereits 2020 eingeladen hatte – damals kam Corona dazwischen. Auch sein Online-Vortrag war ein Erfolg, ebenso wie sein Besuch im Jahr 2023 mit einer Iranreise. Dass er nun endlich wieder live in Einbeck zu sehen war, wurde mit großer Begeisterung aufgenommen.

Ein amüsantes Detail am Rande: In jungen Jahren war Pröve begeisterter Teilnehmer der „Einbecker Mai-Ur-Bock-Partys“. Vielleicht ist es dieser positive Eindruck, der ihn immer wieder nach Einbeck führt. Es passt ins Bild – denn wer sich auf die Welt einlässt, findet oft an den unerwartetsten Orten ein Stück Zuhause.

Noch lange nicht am Ziel

Wer denkt, Andreas Pröve habe genug gesehen, irrt. Auch mit über 60 ist sein Fernweh ungebrochen, seine Neugier lebendig. Seine nächsten Pläne sind bereits in der Vorbereitung – und das Publikum darf sich schon jetzt freuen: Die FörderFreunde PS.SPEICHER sind sich sicher, dass Andreas Pröve auch in Zukunft wieder nach Einbeck kommt. Seine Geschichten sind noch lange nicht zu Ende erzählt.

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