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E-Mobilität zwischen Vision und Flop: Der Sinclair C5 als Objekt des Monats Juni

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Am 5. Juni ist Tag der Umwelt. Dazu passt unser Objekt des Monats: der Sinclair C5. Das kleine elektrische Dreirad kommt 1985 auf den Markt und soll als einfache, sparsame Mobilitätsform den Personennahverkehr revolutionieren. Auch wenn das Konzept scheitert, ist der C5 ein spannender Versuch, Elektromobilität in den 1980er Jahren wieder auf die Straße zu bringen. Er scheint wie ein historischer Vorgriff auf Debatten, die bis heute andauern.


Zwei weiße Sinclair C5 mit orangefarbenen Details stehen in der Sammlung KLEINWAGEN des PS.SPEICHER. Im Hintergrund sind weitere Kleinwagen, ein Roller und großformatige Ausstellungsbilder zu sehen.
Zwei Sinclair C5 in der Sammlung KLEINWAGEN.

Die Idee hinter dem Sinclair C5

Hinter dem Projekt steht Sir Clive Sinclair, der zuvor als Elektronik- und Computervisionär ein Vermögen gemacht hatte, bevor er sich der Mobilität widmet. Sein Ziel ist ein Fahrzeug einer ganz neuen Klasse, ein „personal mobility device“ für den Nahverkehr: alltagstauglich, günstig, sauber und einfach zu fahren. Seit 1979 tüftelt Sinclair an diesem Fahrzeug. Dafür verkauft er Teile seiner Firma und investiert Millionen in die Entwicklung des C5.

Eine neue gesetzliche Regelung in Großbritannien gibt ihm ab 1983 im Zuge des wachsenden Umweltbewusstseins Rückenwind: Elektrofahrzeuge mit weniger als vier Rädern und einer Höchstgeschwindigkeit von 15 mph dürfen ab 14 Jahren ohne Kfz-Steuer, Führerschein oder Versicherung auf die Straße. Sinclair lässt das Fahrgestell bei Lotus entwickeln, die Fertigung des C5 übernimmt der Staubsaugerhersteller Hoover in Wales.


Technik zwischen Zukunftsversprechen und Alltag

Der Sinclair C5 ist ein einsitziges Elektrodreirad mit 250-Watt-Motor von Polymotor, einer offenen Kunststoffkarosserie und einer Höchstgeschwindigkeit von 15 mph beziehungsweise rund 24 km/h. Zusätzlich zum Elektromotor besitzt er Pedale, die vor allem beim Anfahren helfen sollen. Laut Betriebsanleitung wird empfohlen, den Start mit Pedalkraft zu unterstützen, um die Kohlebürsten des Motors zu schonen. Als Energiespeicher diente ein 12-Volt-Bleiakku mit 36 Ah, womit eine Reichweite von etwa 20 Meilen beziehungsweise rund 32 Kilometern möglich sein soll.


Hersteller

Sinclair


Typ

C5


Motorbauart

Elektromotor


Leistung

250 Watt


Bauzeitraum

1985


Höchstgeschwindigkeit

24 km/h


Neupreis

428 GBP




Marktstart und Scheitern 1985

Die groß angelegte Markteinführung des Sinclair C5 findet am 10. Januar 1985 statt – mitten im Winter. Verschneite Straßen und der fehlende Wetterschutz lassen das Fahrzeug von Anfang an schlecht dastehen. Die Kritik setzt fast sofort ein. Viele halten den C5 für zu langsam, zu teuer, zu unsicher und zu wenig alltagstauglich. Hinzu kommen Zweifel an Reichweite und Sicherheit sowie Probleme in der Fertigung. Die Presse reagiert entsprechend hart.

 

In Wales ist eine Produktion in großem Umfang vorgesehen, zudem sind weitere Varianten geplant, darunter ein Zweisitzer und ein viersitziges Familienfahrzeug. Der Neupreis liegt bei 428 Pfund. Doch schon kurz nach dem Start zeigt sich, dass das Konzept beim Publikum nicht ankommt. Statt der geplanten 100.000 Fahrzeuge verkaufen sich bis Ende des Jahres 1985 weniger als 9.000 C5. Schon im August des Jahres muss Sinclair Vehicle die Insolvenz anmelden und die Produktion einstellen.


Unser Sinclair C5 in der Sammlung KLEINWAGEN im PS.SPEICHER

In der Sammlung KLEINWAGEN könnt ihr gleich drei Sinclair C5 entdecken. Gedacht waren sie als sichere Alternative zum Moped, als günstigere und sauberere Alternative zum Auto mit Verbrennungsmotor und als schnellere Lösung für kurze Wege als das Fahrrad. Heute stehen sie für den Versuch, urbane Mobilität in den 1980er Jahren elektrisch neu zu denken.




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