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Im Schatten – Mit dem Buschtaxi durch Westafrika: Ein Abend voller Abenteuer und neuer Perspektiven

Thomas Bering hält am 06. September 2024 in der PS.Halle bei den FörderFreunden PS.SPEICHER in Einbeck einen Vortrag über sein Buch „Im Schatten – Mit dem Buschtaxi durch Westafrika“. Auf der Bühne steht er neben einem Renault R4, während im Hintergrund eine große Leinwand die Präsentationsfolie mit dem Titel „Buschtaxi – Ein Begriff, viele Varianten“ zeigt. Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in Berings abenteuerliche Reise durch Westafrika, begleitet von eindrucksvollen Erzählungen und Bildern.
Thomas Bering bei den FörderFreunden PS.SPEICHER

Reisebericht Westafrika: Ein besonderer Abend bei den FörderFreunden PS.SPEICHER

Im vergangenen Jahr fand im PS.SPEICHER in Einbeck ein Abend statt, der noch lange in Erinnerung blieb. Die FörderFreunde PS.SPEICHER hatten den Autor und Abenteurer Thomas Bering eingeladen, um sein Buch „Im Schatten – Mit dem Buschtaxi durch Westafrika“ vorzustellen. Schon die Ankündigung ließ erahnen, dass es nicht um eine leichte Urlaubslektüre gehen würde, sondern um einen intensiven Reisebericht, der die Vielfalt und die Widersprüche Westafrikas sichtbar macht.


Bering begann seinen Vortrag mit der Schilderung einer Reise, die ihn über 7.000 Kilometer hinweg von Südspanien bis nach Guinea führte. Im Mittelpunkt standen die legendären Buschtaxis – Sammeltaxis, die in Westafrika für Millionen Menschen ein alltägliches Fortbewegungsmittel sind. Diese Fahrzeuge, oft überfüllt und auf den ersten Blick improvisiert, bilden das Rückgrat der regionalen Mobilität. Sie waren für Bering mehr als nur Transportmittel: Sie eröffneten ihm Einblicke in das Leben der Menschen, die er unterwegs traf. Daneben spielte auch andere Mobilität eine Rolle: Fahrten mit Eselskarren, improvisierte Bootsüberfahrten oder Strecken zu Fuß. So entstand ein facettenreiches Bild des Unterwegsseins in einer Region, in der Flexibilität und Kreativität entscheidend sind.


Gefährliches Niemandsland in der Westsahara

Besonders eindringlich beschrieb Bering ein Teilstück zwischen Südmarokko und Mauretanien. Dort liegt ein schmaler Grenzstreifen, ein Niemandsland, das offiziell zu keinem Staat gehört. Es handelt sich um ein Gebiet in der Westsahara, das jahrzehntelang umkämpft war. Dieser wenige Kilometer lange Abschnitt gilt als gefährlich und herausfordernd zugleich: Die Piste ist unbefestigt, voller Schlaglöcher und Geröll, und abseits der Spur lauern bis heute Landminenreste aus früheren Konflikten.


Wer dort eine Panne hat, befindet sich in einer riskanten Lage. Hilfe ist kaum erreichbar, und Schmuggelrouten machen die Region zusätzlich unsicher. Bering schilderte, wie angespannt die Atmosphäre in diesem Abschnitt war – ein Ort, an dem Reisen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern mit Risiko verbunden bleibt. Gerade hier wurde deutlich, dass sein Reisebericht Westafrika mehr ist als eine Aneinanderreihung schöner Bilder. Er machte spürbar, dass Mobilität auch bedeutet, mit Unsicherheit und politisch schwierigen Realitäten umzugehen.


Begegnungen unterwegs

Abseits solcher Extremsituationen war es vor allem der Blick auf die Menschen, der den Vortrag prägte. Bering erzählte von Märkten, die vor Farben und Geräuschen nur so strotzten, von abendlichen Gesprächen in kleinen Dörfern und von spontanen Hilfsaktionen am Straßenrand. Diese Geschichten waren ehrlich und ungeschönt. Sie blendeten Schwierigkeiten wie Korruption oder Armut nicht aus, betonten aber gleichzeitig Lebensmut und Gastfreundschaft. Diese Balance machte den Abend einzigartig: Es war kein romantisierter Abenteuerbericht, aber auch keine reine Problemschau. Vielmehr entstand ein differenziertes Bild einer Region, die zwischen Schönheit und Herausforderung pendelt.


Fotos, die Geschichten vertiefen

Unterstützt wurde der Vortrag durch eine eindrucksvolle Fotopräsentation. Auf der Leinwand wechselten sich Aufnahmen von weiten Landschaften, verlassenen Hotelruinen und kargen Straßen mit lebhaften Marktszenen und ausdrucksstarken Porträts ab. Diese Bilder gaben Einblicke, die in westlichen Medien selten zu sehen sind. Sie machten die Menschen und Orte Westafrikas greifbar und sorgten dafür, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer mitten ins Geschehen hineingezogen wurden. Besonders berührend waren Aufnahmen von Situationen, in denen Improvisation und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen. Ein defektes Buschtaxi am Straßenrand, dessen Reparatur gemeinsam von allen Passagieren gestemmt wurde, wurde so zu einem Symbol für den Zusammenhalt, den Bering immer wieder hervorhob.


Humorvolle Anekdoten trotz ernster Themen

Trotz der teils ernsten Inhalte gelang es Bering, mit feinem Humor zu erzählen. Kleine Missverständnisse in fremden Sprachen, skurrile Alltagssituationen oder technische Pannen wurden zu Anekdoten, die für Lachen im Publikum sorgten. Gerade dieser Wechsel zwischen Nachdenklichkeit und Leichtigkeit trug dazu bei, dass der Abend lebendig und abwechslungsreich war.


Der PS.SPEICHER als Ort für Mobilität in allen Facetten

Ein Reisebericht Westafrika im PS.SPEICHER – wie passt das zusammen? Sehr gut, wenn man die Philosophie des Hauses in Einbeck kennt. Der PS.SPEICHER versteht Mobilität nicht nur als Geschichte von Fahrzeugen, sondern als Spiegel menschlicher Erfahrungen. Ob mit Automobil, Motorrad, Fahrrad oder zu Fuß: Mobilität ist immer auch ein kulturelles Phänomen. Genau hier setzen die FörderFreunde an, wenn sie Autorinnen und Abenteurer einladen, ihre Geschichten zu teilen.


Die Veranstaltung mit Thomas Bering war ein Beispiel dafür, wie breit Mobilität gedacht werden kann. Sie zeigte, dass es nicht nur um technische Innovation oder automobile Raritäten geht, sondern um die Geschichten, die unterwegs entstehen – Geschichten von Begegnung, Wandel und gemeinsamer Erfahrung.


Ein Ausblick: Berit Hüttinger am 17. Oktober 2025

Nach dem eindrucksvollen Abend im vergangenen Jahr steht nun eine weitere Veranstaltung im Zeichen von Westafrika bevor. Am 17. Oktober 2025 um 19 Uhr sind Berit Hüttinger und Andreas Helmberger im PS.SPEICHER in Einbeck zu Gast. Ihr Vortrag trägt den Titel:


👉 „Mit dem Oldtimer durch Westafrika – Wüste. Voodoo. Viren. Federbruch.“

Die beiden reisten mit ihrem fast (!) 60 Jahre alten Mercedes-Benz Rundhauber, liebevoll „Frau Scherer“ genannt, durch Westafrika. Begleitet wurden sie von Hund Sidi, den sie bereits 2011 als Welpen in der Westsahara gefunden hatten. Ein Jahr sollte die Reise dauern, doch nach sieben Monaten machte die Corona-Pandemie ein Weiterreisen unmöglich. Trotzdem brachte die Tour zahlreiche Begegnungen und Erfahrungen mit sich: von einem unheimlichen Voodoo-Zauber in Benin über Verwechslungen mit einem gesuchten Mörderpaar bis hin zu den alltäglichen Schwierigkeiten mit einem Oldtimer auf afrikanischen Straßen.


Wie schon bei Bering geht es auch bei diesem Reisebericht Westafrika nicht allein um Abenteuer, sondern um das Aufeinandertreffen von Kulturen, um die Herausforderungen unterwegs und um die Fragen, was Mobilität in einer globalisierten Welt bedeutet. Mit Fotos, Videos und Musik wird der Vortrag multimedial begleitet und verspricht, ebenso lebendig und vielschichtig zu sein.


FörderFreunde als Netzwerk für Kultur und Reisen

Die FörderFreunde PS.SPEICHER beweisen mit solchen Abenden, dass ihr Engagement weit über klassische Museumsunterstützung hinausgeht. Sie schaffen Räume, in denen Mobilität in all ihren Facetten erfahrbar wird: als Technikgeschichte, als Kulturgeschichte, als persönlicher Lebensweg. Eine Mitgliedschaft eröffnet nicht nur exklusive Vorteile, sondern trägt auch dazu bei, dass solche Veranstaltungen regelmäßig stattfinden können.


Fazit: Reiseberichte als Fenster in andere Welten

Der Reisebericht Westafrika von Thomas Bering hat im letzten Jahr gezeigt, wie spannend es sein kann, Klischees zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen. Besonders die Passage durch das Niemandsland zwischen Südmarokko und Mauretanien machte deutlich, dass Mobilität nicht selbstverständlich ist, sondern oft mit Risiko und Improvisation verbunden bleibt.


Dieses Jahr setzen Berit Hüttinger und Andreas Helmberger diesen Faden fort. Ihr Vortrag am 17. Oktober 2025 wird erneut Einblicke in eine Region geben, die voller Kontraste steckt – und gleichzeitig verdeutlichen, wie viel Geschichten über Mobilität mit unserem eigenen Leben zu tun haben.


👉 Mehr erfahren:


 
 
 

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