Mit Hudo auf den Spuren starker Frauen: Heidi Hetzer und Clärenore Stinnes im PS.SPEICHER
- 5. Mai
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Mai

Was muss ein Auto erlebt haben, damit man es nicht nur anschaut, sondern ihm fast zuhört? Bei Hudo ist die Antwort schnell gefunden: ziemlich viel. Der Hudson Great Eight aus dem Jahr 1930 ist nicht einfach nur ein Oldtimer. Er ist ein Fahrzeug mit echter Reisegeschichte. Mit ihm fuhr Heidi Hetzer rund 960 Tage lang um die Welt, quer durch etwa 40 Länder und über mehrere Kontinente. Mal ist von 84.500 Kilometern die Rede, mal von 85.000. Entscheidend ist ohnehin etwas anderes: Diese Reise war echt, anstrengend, überraschend und alles andere als geschniegelt. Genau das macht sie bis heute so spannend.
Wenn Hudo heute im Foyer des PS.SPEICHER steht, dann ist das mehr als ein hübscher Blickfang. Dieses Auto bringt eine Geschichte mit, die sofort Bilder im Kopf auslöst: Landstraßen, Grenzübergänge, Staub, Werkstätten, Improvisation und die große Frage, warum man sich mit 77 Jahren noch auf so eine Tour einlässt. Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen Freiheitsdrang, Erfahrung, Trotz und echter Neugier. Heidi Hetzer wirkte auf viele Menschen genau so: direkt, humorvoll, bodenständig und nicht im Geringsten gewillt, sich vom Alter erklären zu lassen, was noch geht und was nicht. Dass sie im PS.SPEICHER gleich mehrfach zu Gast war, passt deshalb erstaunlich gut. Hier traf eine starke Geschichte auf einen Ort, der Mobilität nicht nur ausstellt, sondern erzählt.
Heidi Hetzer, ihr Hudo und eine Weltreise, die bis heute fasziniert
Die Geschichte von Heidi Hetzer kommt nicht geschniegelt daher. Sie liest sich nicht wie ein perfekt geplantes PR-Abenteuer, sondern wie das, was sie offenbar war: eine Reise mit Pannen, Begegnungen, Umwegen, wechselnden Begleitern und jeder Menge Improvisation. Genau dadurch bleibt sie hängen. Heidi Hetzer brach 2014 mit Hudo auf und kehrte nach rund zweieinhalb Jahren zurück. Vorbild für diese Reise war Clärenore Stinnes, die von 1927 bis 1929 als erste Person die Welt in einem serienmäßigen Automobil umrundete. Heidi Hetzer griff diesen Gedanken Jahrzehnte später wieder auf, aber auf ihre ganz eigene Art: lauter, lockerer und mit einem Ton, der vielen bis heute im Ohr geblieben ist.
Vielleicht ist es genau diese Mischung, die so viele Menschen berührt. Da ist auf der einen Seite das historische Fahrzeug, auf der anderen eine Frau mit echter Fahrpraxis, technischem Wissen und großer Lust auf Bewegung. Heidi Hetzer war eben keine theoretische Abenteurerin. Sie war Unternehmerin, Kfz-Mechanikerin und Rallyefahrerin. Sie wusste, worauf sie sich einließ, auch wenn eine solche Tour natürlich nie komplett planbar ist. Und vielleicht war gerade das der Reiz: nicht alles kontrollieren zu können, sondern unterwegs zu erleben, was passiert. So wird aus einer Weltreise mehr als ein Streckenrekord. Sie wird zu einer Haltung.
Heidi Hetzer im PS.SPEICHER: Vortrag, Lesung und große Resonanz in Einbeck
Für den PS.SPEICHER ist diese Geschichte auch deshalb besonders, weil sie hier nicht abstrakt geblieben ist. Heidi Hetzer war mehrmals in Einbeck zu Gast. Zuerst berichtete sie über ihre Reise mit Hudo, später kam sie für eine Lesung aus ihrer Autobiografie Ungebremst leben – Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr zurück. Es ging nicht nur um Reisekilometer und technische Fragen, sondern um Erlebnisse, Humor, Lebenserfahrung und eine Frau, die offenbar ein Publikum ganz ohne Pose in den Bann ziehen konnte.
Dass Heidi Hetzer mehrmals im PS.SPEICHER zu Gast war, macht ihre Geschichte noch greifbarer. Erst erzählte sie von der Weltreise mit Hudo, später sprach sie mit ihrer Biografie noch stärker über das, was hinter diesem Aufbruch stand: ihr Leben, ihre Erfahrungen und ihre sehr eigene Art, Freiheit zu leben.
Heidi Hetzer Biografie: Kfz-Mechanikerin, Unternehmerin und Rallyefahrerin
Heidi Hetzer wurde 1937 in Berlin geboren, machte eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin und stieg schon als Jugendliche in den Motorsport ein. Später übernahm sie das Unternehmen ihres Vaters und baute es zu einem der größten Autohäuser Berlins aus. Allein diese Stationen zeigen schon, dass hier jemand nicht einfach in vorgezeichneten Bahnen unterwegs war. In den 1950er Jahren als junge Frau im Kfz-Bereich Fuß zu fassen, war alles andere als selbstverständlich. Dazu kamen unternehmerische Verantwortung, Familie und ein dauerhaftes Faible fürs Fahren. Das erklärt, warum ihre Weltreise nicht wie eine spontane Verrücktheit wirkt, sondern eher wie die folgerichtige Zuspitzung eines sehr eigenen Lebenswegs.
Genau deshalb passt Heidi Hetzer so gut in einen größeren Zusammenhang von Frauen in der Automobilgeschichte. Es geht bei ihr nicht nur um ein spektakuläres Einzelereignis. Es geht auch um Technikkompetenz, Selbstständigkeit und die Lust, sich nicht kleinhalten zu lassen. Ihre bekannte Haltung „Alter schützt vor Leben nicht“ bringt das gut auf den Punkt. Er passt zu ihrem Weg. Und er erklärt vielleicht auch, warum so viele Besucherinnen und Besucher ihre Auftritte im PS.SPEICHER als so inspirierend in Erinnerung behalten haben.
Ungebremst leben von Heidi Hetzer: Buch, Freiheit und automobile Lebensgeschichte

Mit dem Buch Ungebremst leben bekam die Reise noch einmal eine andere Tiefe. Das Buch erschien 2018 im Ludwig Verlag und verbindet die Weltreise mit Rückblicken auf ihr Leben. Heidi Hetzer erzählt darin von ihrer Reise durch 40 Länder und fünf Kontinente, aber auch von ihrer „automobilen“ Karriere und von den Stationen ihres Lebens.
Damit bekommt ihre Reise noch eine weitere Tiefe. Freiheit bedeutete für Heidi Hetzer offenbar nie nur Aufbruch und Fernweh. Freiheit hatte bei ihr immer auch mit Arbeit, Können, Ausdauer und Eigenverantwortung zu tun. Genau das macht ihre Geschichte so besonders. Sie wirkt leicht und direkt erzählt, trägt aber viel in sich. Denn sie zeigt, dass Mobilität oft weit mehr ist als reine Fortbewegung.

Clärenore Stinnes Weltreise: Das historische Vorbild für Heidi Hetzer und Hudo
Ohne Clärenore Stinnes wäre Heidi Hetzers Reise in dieser Form wahrscheinlich nicht denkbar gewesen. Clärenore Stinnes startete am 25. Mai 1927 zu ihrer Weltreise und erreichte am 24. Juni 1929 Berlin. Sie umrundete als erster Mensch die Erde in einem serienmäßigen Automobil, einem Adler Standard 6. Die Reise führte durch 23 Länder und umfasste 46.758 Kilometer. Schon diese Zahlen zeigen, wie außergewöhnlich das Unternehmen in den späten 1920er Jahren war. Dazu kamen fehlende Straßen, kaum Werkstattnetze und enorme logistische Herausforderungen.
Der Vergleich zwischen Clärenore Stinnes und Heidi Hetzer ist deshalb so spannend, weil er nicht auf Gleichmacherei hinausläuft. Die beiden Frauen lebten in völlig unterschiedlichen Zeiten und hatten unterschiedliche Voraussetzungen. Aber beide verband der Wille, sich mit einem Auto nicht nur fortzubewegen, sondern Grenzen zu verschieben. Beide zeigen, dass Automobilgeschichte nicht nur aus Marken, Modellen und Motoren besteht. Sie besteht auch aus Persönlichkeiten. Und manchmal eben aus Frauen, die das Steuer nicht abgeben wollten.
99 Jahre Clärenore Stinnes
Gerade jetzt lohnt sich der Blick auf Clärenore Stinnes besonders. 2026 liegt der Beginn ihrer Weltreise 99 Jahre zurück, 2027 folgt das 100. Jubiläum. Damit bekommt die Erinnerung an ihre Fahrt neue Aktualität. Zusammen mit Heidi Hetzers Reise und Hudo entsteht ein spannender Bogen von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart.
Hudo im PS.SPEICHER: Ein Auto mit Geschichte(n)
Es gibt Autos, die beeindrucken durch Seltenheit. Andere faszinieren durch Design oder Technik. Hudo bringt zusätzlich eine gelebte Geschichte mit. Wer vor diesem Hudson Great Eight steht, sieht eben nicht nur ein Fahrzeug aus dem Jahr 1930. Man sieht ein Auto, das eine Reise über Kontinente hinter sich hat. Das verändert den Blick. Plötzlich fragt man sich nicht nur, wie stark der Motor war oder wie die Karosserie gebaut ist. Man fragt sich, wie es gewesen sein muss, damit wirklich unterwegs zu sein. Genau da entsteht im Museum ein besonderer Moment.
Und genau deshalb geht es Hudo im PS.SPEICHER so gut. Das Fahrzeug verbindet Technik mit Erzählung. Für Besucherinnen und Besucher wird Mobilität dadurch greifbar. Es geht nicht nur um Daten und Baujahre, sondern auch um Ausdauer, Mut und Improvisation. Das macht Hudo zu mehr als einem Exponat. Hudo ist ein Einstieg in eine größere Geschichte über Reisen, Entschlossenheit und die Freude am Losfahren.

Starke Frauen der Automobilgeschichte: Was Heidi Hetzer und Clärenore Stinnes verbindet
Am schönsten ist, was diese zwei Frauen zusammenbringt, die in ganz unterschiedlichen Epochen ähnliche Dinge gewagt haben. Clärenore Stinnes schrieb in den 1920er Jahren Geschichte, weil sie eine kaum vorstellbare Reise wirklich unternahm. Heidi Hetzer griff diesen Gedanken Jahrzehnte später wieder auf und bewies, dass solche Geschichten nicht nur in Archiven weiterleben müssen. Sie können neu beginnen. Auch mit 77. Auch mit einem Vorkriegsauto. Auch ohne große Rücksicht auf das, was andere für vernünftig halten.
Beide Frauen stehen damit für mehr als Bewegung. Sie stehen für Eigenständigkeit. Das Auto war für sie nicht bloß ein Mittel zum Zweck, sondern auch ein Werkzeug der Selbstbehauptung.
FörderFreunde PS.SPEICHER: Wie Vorträge und Lesungen Mobilitätsgeschichte lebendig machen

Dass Heidi Hetzer ihre Geschichte bei den FörderFreunden PS.SPEICHER erzählte, ist mehr als ein schöner Zufall. Die FörderFreunde sind ein Verein, der Menschen zusammenbringt, die sich für Mobilität, Technik und die Vergangenheit und Zukunft der Fortbewegung begeistern. Genau solche Abende zeigen, wie das praktisch aussieht: nicht nur Fahrzeuge anschauen, sondern Geschichten hören, Erfahrungen teilen und Erinnerungen lebendig halten. Heidi Hetzer passte in dieses Umfeld perfekt. Sie brachte nicht nur Hudo mit, sondern auch Haltung, Humor und sehr viel Leben.
Heidi Hetzer, Hudo und der Mut, einfach loszufahren
Manche Geschichten bleiben, weil sie groß sind. Andere, weil sie nah wirken. Die Geschichte von Heidi Hetzer und Hudo kann beides. Sie ist groß, weil sie eine Weltreise umfasst, einen historischen Bezug zu Clärenore Stinnes herstellt und ein Fahrzeug von 1930 über Kontinente führt. Und sie ist nah, weil Heidi Hetzer offenbar genau die Art von Mensch war, die so etwas nicht pathetisch überhöht, sondern mit Humor, Klarheit und einer guten Portion Dickkopf lebt.
Wenn ihr Hudo heute im PS.SPEICHER begegnet, seht ihr deshalb nicht nur einen Oldtimer. Ihr seht ein Fahrzeug, das von Freiheit erzählt. Von Technik, die nicht im Regal verstaubt. Von einer Frau, die losfuhr, statt sich ausbremsen zu lassen. Und von einer Verbindung zu Clärenore Stinnes, die 2026 mit dem 99. Jahrestag ihres Reisebeginns wieder besonders aktuell wird. Genau darin liegt die Stärke dieses Themas. Es verbindet Vergangenheit, Persönlichkeit und Gegenwart auf eine Weise, die hängen bleibt.
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tja ich habe mir diesen datenmüll aus zwanzig verschiedenen webportalen mal angeschaut und finde das ganze konstrukt irgendwie ziemlich anstrengend. es wirkt wie ein mühsamer weiterleitungskram der einen ständig nur durch diesen domain-dschungel schickt ohne wirklich neue erkenntnisse zu liefern. man sucht nach fakten zu zahlungen und landet bei lastschrift casinos http://casino-lastschrift-einzahlung.de was aber alles so trocken aufbereitet ist dass man kaum weiß ob das überhaupt noch aktuell ist. vielleicht bilde ich mir das nur ein aber diese aufteilung auf so viele nischenseiten macht die sache eher unübersichtlich als hilfreich. am ende landen sowieso alle bei den gleichen partnern was das ganze system irgendwie komisch und unnötig kompliziert erscheinen lässt.
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