Cabrio-Feeling pur: Sommer, Fahrspaß und das Lebensgefühl unter freiem Himmel
- insaklapproth
- 13. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Wenn der Sommer beginnt, die Tage länger werden und die Sonne vom Himmel lacht, kehrt ein ganz besonderes Lebensgefühl zurück auf die Straßen: das des offenen Fahrens. Cabrios, also Automobile mit faltbarem oder versenkbarem Dach, stehen seit Jahrzehnten für Freiheit, Genuss und die berühmte „Leichtigkeit des Seins“. Was einst mit offenen Kutschen begann, wurde über Jahrzehnte hinweg zum Inbegriff für stilvolle Mobilität.
Der PS.SPEICHER widmet diesem besonderen Fahrzeugtyp in der aktuellen Sonderausstellung „Weißt Du noch…. Von Käfern und Käseigeln“ einen eigenen Schwerpunkt – und beleuchtet dabei, wie sich das Cabrio verändert hat: technisch, gesellschaftlich und emotional.

Offen unterwegs: Von der Motorkutsche zum Cabriolet
Die Geschichte des Cabrios beginnt im Grunde mit dem Automobil selbst – oder genauer gesagt: mit dessen Vorläufern. Die ersten motorisierten Fahrzeuge waren fast ausnahmslos offen. Wie ihre Vorgänger, die Kutschen, verfügten sie über keinen festen Aufbau, sondern höchstens über ein einfaches Klappverdeck oder einen Wetterschutz. Das war kein Komfortmerkmal, sondern schlicht Stand der Technik.
In den 1920er und 1930er Jahren etablierten sich verschiedene Karosserieformen, darunter die sogenannten Phaetons, viersitzige Fahrzeuge mit offenem Aufbau und leichtem Verdeck. Auch in Deutschland wurden sie vielfach gefertigt, etwa von Mercedes-Benz, Adler oder DKW.
Der Mythos Cabrio: Vom Alltagsauto zum Statussymbol
Ab Mitte der 1960er Jahre wandelte sich das Image des Cabrios. Was einst ein nüchternes Alltagsauto mit offenem Dach war, entwickelte sich mehr und mehr zum Objekt der Begierde und der Repräsentation. Hersteller inszenierten ihre Cabrio-Modelle gezielt als Lifestyle-Produkte, die für Jugend, Freiheit und Selbstverwirklichung standen. Wer offen fuhr, zeigte etwas von sich: ein Gefühl für Genuss, ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und, nicht zuletzt, ein bestimmtes Einkommen.
Zu den bekanntesten Modellen dieser Ära zählen etwa:
das VW Käfer Cabriolet, produziert von Karmann,
der Mercedes-Benz SL – ein Inbegriff des luxuriösen Offenfahrens,
das BMW 3er Cabrio, das besonders in den 1980ern das sportliche Image der Marke prägte.
Gleichzeitig wurden Cabrios zunehmend zu Nischenfahrzeugen. Mit der Marktsättigung der 1970er Jahre, gestiegenen Sicherheitsanforderungen und wachsender Konkurrenz durch klimatisierte Limousinen ging das Angebot zurück. Offene Fahrzeuge galten vielen als unsicherer, weniger komfortabel und wetterabhängig – Kriterien, die im Alltagsgebrauch an Bedeutung gewannen.
Technischer Wandel: Sicherheit trifft Fahrspaß
Die technische Entwicklung der Cabriolets war eng mit dem Fortschritt im Karosseriebau verbunden. In den 1970er und 1980er Jahren begannen Hersteller verstärkt, ihre offenen Fahrzeuge strukturell zu verstärken, um den Anforderungen des Unfallschutzes gerecht zu werden. Verstärkte Schweller, Überrollbügel oder automatische Überschlagschutzsysteme hielten Einzug. Damit stieg zwar das Gewicht, aber auch die Alltagstauglichkeit.
In den 1990er Jahren erlebten Cabrios eine kleine Renaissance, nicht zuletzt durch den Mazda MX-5, der 1989 vorgestellt wurde. Mit seinem geringen Gewicht, klassischem Heckantrieb und klappbarem Stoffverdeck traf der Roadster den Nerv einer Generation, die wieder Lust auf puristisches Fahren hatte. Der MX-5 wurde zum erfolgreichsten Roadster der Automobilgeschichte und belebte ein Segment, das viele bereits abgeschrieben hatten.
Auch Modelle wie das VW Golf Cabriolet, das Saab 900 Cabrio oder der Peugeot 205 CTi bewiesen, dass Offenfahren in verschiedenen Klassen funktionieren konnte, von alltagstauglich bis sportlich-exklusiv.
Cabrio heute: Vom Massenmarkt zur emotionalen Nische
Heute ist das Cabrio längst kein Volumenmodell mehr. Viele Hersteller haben ihre offenen Varianten aus dem Programm genommen – aus wirtschaftlichen Gründen, wegen sinkender Nachfrage oder steigender Produktionskosten. Die Zahl der Neuzulassungen von Cabriolets in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.
Dennoch: Es gibt sie noch, die offenen Fahrzeuge. Und sie werden weiterhin gekauft, nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Besonderheit. Wer heute ein Cabrio fährt, entscheidet sich bewusst für das Erlebnis, für den unmittelbaren Kontakt zur Umgebung, für das Licht, den Wind, die Gerüche einer Fahrt unter freiem Himmel. Es ist nicht unbedingt das Fahrzeug, das sich für den täglichen Pendelverkehr oder den Wocheneinkauf empfiehlt. Aber genau das macht seinen Reiz aus: Es ist ein Auto, das nicht nur Zweck erfüllt, sondern Freude stiftet. Das Fahren um des Fahrens willen erlaubt. Und das, besonders im Sommer, genau jene Momente erzeugt, an die man sich erinnert. Offenfahren ist kein Muss mehr, sondern ein Luxus im ursprünglichen Sinn: das Genießen des Moments.
Modelle wie der Mini Cabrio, der Porsche 911 Cabrio, das BMW Z4 oder der elektrische Fiat 500e Cabrio zeigen, dass es weiterhin einen Markt gibt – wenn auch kleiner, spezialisierter, emotionaler. Einige Hersteller setzen auf neue Konzepte, etwa Stoffdächer bei SUVs oder Targa-Varianten mit herausnehmbarem Dachsegment.
Offen fahren, offen denken
Das Cabrio ist mehr als nur eine Karosserieform, es ist eine Idee. Die Idee, dass Mobilität mehr sein kann als Fortbewegung. Dass ein Auto nicht nur ein technisches Objekt ist, sondern ein kulturelles Artefakt. Eines, das Geschichten erzählt: von der Jugend, vom Aufbruch, vom Sommer.
Bis Oktober ist das Cabrio auch noch Thema im PS.SPEICHER: In der Sonderausstellung "Weißt du noch...?" sind der Auto Union 1000 SP und der NSU Wankel Spider zu sehen – zwei ikonische Vertreter einer Ära ab den 1960er Jahren, in der Leichtigkeit, Design und Fahrvergnügen im Mittelpunkt standen. Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche Exponate aus Alltag, Kultur und Technik: eine Einladung zum Erinnern, Staunen und Diskutieren.
Tipp für den Sommer:
Wenn du jetzt Lust bekommen hast, das Cabrio-Feeling selbst zu erleben: Unser Mietwagenangebot macht’s möglich. Wähle aus echten Klassikern wie dem Mercedes-Benz 280 SL Cabriolet, dem charmanten Karmann Ghia, dem sportlichen BMW Z3 oder dem Mercedes-Benz SLK – und genieße deine ganz persönliche Ausfahrt unter freiem Himmel.










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