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Ford Capri: Das stilprägende Fastback-Coupé von Ford

vor 53 Minuten
4 Min. Lesezeit

Gelber Ford-Oldtimer steht in einer Museumshalle zwischen blauen Vintage-Autos, mit Infotafeln und großen Fenstern.

Mit dem Capri definiert Ford ab 1969 einen ganz neuen Automobilstil: das Fastback-Coupé. Entwickelt wird der Capri gemeinsam von den deutschen und den englischen Ford-Werken. Mit dem Capri gelingt ihnen in Europa der Erfolg, den Ford in den USA bereits Jahre vorher mit dem Mustang hatte. Für die Kölner Ford-Werke ist der Capri ein wichtiger Schritt. Nach Jahren mit wenig zufriedenstellender Verkaufsentwicklung bringt dieses Modell neuen Schwung ins Geschäft.


Unser Ford Capri II L 1600 in der Sammlung AUTOMOBIL steht am Ende einer Entwicklung, die 1969 mit dem ersten Capri beginnt. Mit dem Capri schafft Ford eine Modellreihe, die sportlichen Auftritt, verschiedene Motorisierungen und alltagstaugliche Eigenschaften miteinander verbindet.

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Bunte Oldtimer, darunter ein gelber Ford, stehen in einem Automuseum mit Informationsschildern und Glasbausteinfenstern.

Der Capri: sportlicher Auftritt, neues Konzept

Mit dem Capri setzt Ford auf eine eigenständige Neuentwicklung, die nicht, wie viele Coupés zuvor, von einer vorhandenen Limousine abgeleitet ist. Damit prägt Ford einen neuen Stil und eine neue Modellreihe mit klar sportlichem Profil. Entwickelt wird der Capri in einer Zeit, in der sportliche Automobile gefragt sind, jüngere Käufer als Zielgruppe an Bedeutung gewinnen und ihre Kaufkraft steigt. Genau darauf antwortet Ford mit einem Coupé, das sportlich wirkt und zugleich für einen breiteren Kundenkreis erreichbar bleibt.


Seinen Charakter erhält der Wagen nicht zuletzt durch seine Form. Die Karosserie ist niedrig, breit und langgestreckt angelegt und entsteht in enger Abstimmung mit Windkanaltests. Immer wieder werden 1:5-Modelle geprüft und überarbeitet, bis die Form den gewünschten aerodynamischen Eigenschaften entspricht. Das Ergebnis ist ein sportliches Fastback-Coupé mit flacher Front, breitem Stand und klarer Linienführung.


Der Erfolg des Capri lässt sich auch an den Stückzahlen ablesen: Bis Ende 1973 entstehen 784.000 Fahrzeuge deutscher Machart, dazu kommen mehrere hunderttausend britische Exemplare. 244.000 Capri werden in Deutschland verkauft, zahlreiche weitere Fahrzeuge exportiert, darunter auch nach Amerika.


Gelber Motorraum mit schwarzem Motor, Schläuchen und Behältern; technische Details, keine Menschen.

Technik und Modellvielfalt

Schon zum Start ist der Capri breit aufgestellt. Das Programm basiert auf einer gemeinsamen Grundkarosserie, die mit verschiedenen Motoren kombiniert wird. Der Capri I ist bis 1972 mit einem Vierzylinder-V-Motor ausgestattet, angeboten werden Modelle in fünf Hubraumklassen von 1,3 bis 2,3 Litern. Damit reicht das Spektrum vom alltagstauglichen Einstiegsmodell bis zu leistungsstärkeren Varianten wie dem Capri 1700 GT sowie den Sechszylinder-Modellen Capri 2000 und 2300 GT. Als Topmodell gilt der Capri 2300 GT mit serienmäßigem 2,3-Liter-Sechszylinder und 108 PS.


Auch das Fahrwerk ist klar auf den sportlichen Charakter des Wagens abgestimmt. Vorn besitzt der Capri einzeln aufgehängte Räder mit McPherson-Federbeinen, Querlenkern und Querstabilisator, hinten eine Achskonstruktion mit hydraulischen Stoßdämpfern und Schubstreben. Hinzu kommen der niedrige Schwerpunkt des nur 1,33 Meter hohen Coupés und eine ausgewogene Gewichtsverteilung, die der Straßenlage zugutekommen.


Die breite Spur und der lange Radstand ermöglichen einen geräumigeren Innenraum, als die Karosserie vermuten lässt. Vier Personen finden bequem Platz, und auch der Kofferraum fällt für ein sportliches Coupé vergleichsweise groß aus. Damit verbindet Ford sportlichen Auftritt mit einem Nutzwert, der den Capri für den familiären Alltag interessant macht.

 

Sicherheit als Teil des Konzepts

Neben Form und Fahrverhalten spielt auch die Sicherheit bei der Entwicklung des Capri eine wichtige Rolle. Die Lenksäule ist so konstruiert, dass sie sich bei einem Unfall nicht in den Innenraum schiebt. Das Sicherheitslenkrad mit gepolsterten Speichen und Prallkopf soll Aufprallenergie aufnehmen und den Fahrer zusätzlich schützen.


Auch die Karosserie folgt diesem Sicherheitsgedanken. Der Innenraum ist als steife Zelle ausgelegt, während Bug und Heck als Knautschzonen einen Teil der Bewegungsenergie bei einem Unfall aufnehmen sollen. Der Tank liegt direkt hinter den Fondsitzen, um bei einem Auffahrunfall das Brandrisiko zu verringern. Sportlichkeit und Sicherheitsaspekte werden von Anfang an zusammen gedacht.


Gelber Ford und blauer Rallye-Klassiker mit Startnummer 208 in einem Automuseum.

Der Capri II: vertraute Linie, neue Details

Die zweite Generation ab 1974 hält an der Grundidee des Capri fest, entwickelt das Modell aber gezielt weiter: Der neue Wagen wirkt eleganter, bietet mehr Komfort, legt beim Thema Sicherheit nach und wird zugleich praktischer.


Die typische Capri-Form bleibt erhalten: lange Haube, kurzes Heck und niedrige Dachlinie prägen weiterhin den Auftritt. Gleichzeitig verändert sich die Wirkung des Wagens. Eine niedrigere Gürtellinie, weiter nach hinten gezogene Seitenfenster und größere Fensterflächen lassen den Capri II gestreckter erscheinen und verbessern die Sicht nach außen.


Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Nutzwert. Der Capri II erhält am Heck eine große Klappe, die den Zugang zum Kofferraum deutlich erleichtert. Zusätzlich lassen sich die Rücksitze nach vorn klappen, sodass sich der Innenraum bis hinter die Vordersitze beladen lässt. Damit reagiert Ford auf einen Punkt, bei dem der erste Capri trotz seines Erfolgs Grenzen hatte: den praktischen Nutzen im Alltag.


Technik, Sicherheit und Modellvielfalt

Beim Fahrwerk des Capri II greifen die Konstrukteure auf die bewährte Konzeption des Vorgängers zurück. Gebremst wird vorne mit Scheiben-, hinten mit Trommelbremsen über ein Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker.


Den Capri II gibt es in vier Grundmodellen: L, XL, GT und Ghia. Für den Antrieb stehen drei Reihenvierzylinder und zwei V6-Motoren zur Verfügung. Angeboten werden ein 1,3-Liter-Motor mit 55 PS, ein 1,6-Liter-Motor mit 72 oder 88 PS sowie zwei V6-Motoren mit 108 und 138 PS. Beim L und XL gehört der 1,3-Liter-Motor zur Serienausstattung. Unser Fahrzeug in der Sammlung AUTOMOBIL, ein Capri II L 1600 von 1975, gehört damit zur Grundversion der zweiten Generation, weicht aber bei der Motorisierung vom serienmäßigen 1,3-Liter-Motor ab. Stattdessen ist es mit einem 1,6-Liter-Motor ausgestattet.


Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt die Sicherheit. Die lange Haube dient nicht nur der Form und der Aerodynamik, sondern erzielt auch gute Werte im Crashtest. Hinzu kommen günstige Werte bei der Lenksäulen-Eindringung sowie ein Lenkrad, das sich im Aufprallfall parallel zur ursprünglichen Lage verschiebt. Verstärkungselemente rund um Dach und Türausschnitte erhöhen zudem Steifigkeit und Stabilität der Karosserie. Zur Serienausstattung aller Modelle gehören außerdem eine elektrische Scheibenwisch-Waschanlage, Sicherheitsgurte vorn und Gurtverankerungen an den Rücksitzen.


Mehrere Oldtimer in einem Museum: gelber Coupé, blaues Rallyeauto mit Startnummer 438 und weitere Klassiker.

Ford Capri II L 1600 im PS.SPEICHER

Unser Ford Capri II L 1600 bewahrt die typische Form des Capri mit langer Haube, kurzem Heck und niedriger Dachlinie, steht aber zugleich für die Überarbeitung der zweiten Generation: mehr Komfort, mehr Nutzwert und eine breiter aufgestellte Modellpalette. Damit macht das Fahrzeug sichtbar, wie Ford aus dem sportlichen Fastback-Coupé der späten 1960er Jahre ein alltagstauglicheres Modell der 1970er Jahre entwickelt.

Kommt vorbei und schaut ihn euch an in der Sammlung AUTOMOBIL.


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