Freitag, der 13.? Bei den FörderFreunden wurde daraus ein 'Lück aus 49' Lotto-Glücksabend
- vor 19 Stunden
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Freitag, der 13., gilt vielerorts als Datum mit eingebautem Restrisiko. Umso schöner, wenn ein Abend das komplette Gegenteil beweist. Genau das war am 13. Februar 2026 in der PS.Halle des PS.SPEICHER der Fall. Dort wurde nicht gemurmelt, gezögert oder vorsichtig auf Unglück gewartet. Dort wurde gelacht, gespannt zugehört und am Ende sogar ein kleiner Gewinn gefeiert. Der Auftritt von Oliver Lück mit "Lück aus 49" bei den FörderFreunden PS.SPEICHER war ein Abend, der leicht wirkte, klug erzählt war und lange in Erinnerung bleibt.
Schon das Format bringt eine besondere Dynamik mit: Oliver Lück kommt nicht mit einer starren Reihenfolge auf die Bühne, sondern mit 49 möglichen Geschichten. Welche Texte gelesen werden, entscheidet das Publikum mit. Es wird gezogen wie beim Lotto, und dadurch verläuft jeder Abend anders. Genau dieses spielerische Prinzip machte den Reiz des Abends in Einbeck aus. Am Ende kamen 16 Geschichten zusammen – und eine Dame im Publikum hatte tatsächlich genau die Zahlen auf ihrem Schein angekreuzt, die später auch gelesen wurden. Zugegeben: Die Chancen waren an diesem Abend besser als beim großen Lotto. Aber gerade deshalb war dieser Moment so charmant. Ausgerechnet Freitag, der 13., wurde so zu einem echten Glücksabend.

Was den Abend so besonders machte, war jedoch nicht nur die Idee hinter dem Format. Es war vor allem Oliver Lücks Art zu erzählen. Er liest nicht einfach vor. Er nimmt euch mit. Seine Geschichten leben von Beobachtungen, Begegnungen und diesen kleinen Szenen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken und dann plötzlich hängen bleiben. Da taucht ein Schild auf, auf dem „Beer“ als „Soup of the day“ angekündigt wird. Da geht es um einen „weinhaltigen Obstsalat“. Und da steht irgendwann die schöne Erkenntnis im Raum, dass die Ostsee auf jeden Fall Postsee ist. Genau darin steckt sein Humor: nicht laut, nicht platt, nicht albern, sondern treffsicher und mit einem wachen Blick für das Komische im Alltag.

Spannend ist dabei auch sein eigener Weg. Oliver Lück arbeitet seit vielen Jahren als Journalist und Fotograf und hat bereits über 800 Lesungen und Reisevorträge gehalten. In seinen Programmen verbindet er Reportage, Fotografie und Storytelling.
Was viele an diesem Abend vielleicht nicht wussten: Sein Weg zum Schreiben begann über den Fußball. Oliver Lück erzählte, dass er nach dem Abitur zunächst über Fußball für eine Tageszeitung schrieb und eine Zeit lang Sport in Kiel studierte, sich dann aber immer stärker in Richtung journalistische Praxis entwickelte. Es war eher ein Weg in den Journalismus, der nicht über die klassische Studienbiografie, sondern über praktische Arbeit lief. Er hat als Sportreporter Größen wie Messi oder Ronaldo interviewt , sich aber irgendwann stärker für die Menschen hinter den Schlagzeilen und weniger für die Routinen des Fußballbetriebs interessiert. Genau dieser Wechsel passt erstaunlich gut zu dem, was wir in Einbeck erleben konnten. Auf der Bühne stand nicht einfach ein Reiseautor. Dort stand jemand, der offenbar schon früh gelernt hat, genau hinzuschauen – und der irgendwann gemerkt hat, dass die wirklich guten Geschichten oft nicht im Scheinwerferlicht entstehen, sondern daneben.
Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Oliver Lück in Einbeck so gut funktioniert. Seine Erzählweise wirkt offen, direkt und lebendig. Es gibt keine steife Distanz zwischen Bühne und Publikum. Das Publikum wird Teil des Abends, schon allein durch das Ziehen der Geschichten. Und weil die Mischung aus Humor, Reise, Beobachtung und Menschenkenntnis so gut aufgeht, entsteht nicht bloß eine Lesung, sondern ein gemeinsames Erlebnis.

Dass Oliver Lück bereits mehrfach bei den FörderFreunden PS.SPEICHER zu Gast war, passt daher gut ins Bild. Er war nun zum vierten Mal in Einbeck und hat sich hier über die Jahre ein Stammpublikum aufgebaut. Solche Wiedersehen kommen nicht zufällig zustande. Sie zeigen, dass sich hier ein Format und ein Ort gefunden haben, die gut zusammenpassen.
Genau solche Abende zeigen, wofür die FörderFreunde PS.SPEICHER stehen. Der Verein unterstützt den PS.SPEICHER nicht nur im Hintergrund, sondern trägt aktiv dazu bei, dass Veranstaltungen, Projekte und besondere Formate möglich werden.
Der Auftritt von Oliver Lück war dafür ein sehr gutes Beispiel. Es war keine klassische Lesung, bei der vorne gelesen und hinten höflich geklatscht wird. Es war ein Abend mit Tempo, Witz und Beteiligung. Ein Abend, der Raum ließ für spontane Momente und genau dadurch besonders wurde. Da stand ein erfahrener Erzähler auf der Bühne, dazu Fotograf, Journalist, Europareisender und genauer Beobachter. Und im Saal saßen Menschen, die sich gern mitziehen ließen – von Geschichten über Hartlepool, schräge Speisekarten, Sprachverwirrungen, seltsame Formulierungen und die feinen Unterschiede zwischen Alltagskomik und echter Erzählkunst.
Wer den PS.SPEICHER schätzt, seine Projekte wichtig findet und Freude an solchen Veranstaltungen hat, sollte deshalb ruhig auch einen Blick auf die FörderFreunde PS.SPEICHER werfen. Denn Mitglied zu sein bedeutet hier mehr, als einen Namen auf einer Liste zu haben. Es bedeutet, Teil einer engagierten Gemeinschaft zu sein, die sich dafür einsetzt, dass der PS.SPEICHER auch künftig ein Ort bleibt, an dem Mobilitätsgeschichte, Kultur und gute Begegnungen zusammenkommen. Und es bedeutet, mitzuhelfen, dass solche Abende weiterhin möglich sind.
Ihr möchtet mehr über den PS.SPEICHER erfahren oder die Arbeit der FörderFreunde PS.SPEICHER unterstützen? Dann schaut auf den Seiten des PS.SPEICHER und der FörderFreunde vorbei – und vielleicht sehen wir euch schon bei der nächsten Veranstaltung in der PS.Halle als FörderFreund/in, natürlich seid Ihr als Gäste auch immer gerne willkommen.
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