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Klein trifft sich bei Groß: Der Messerschmitt KR 175

  • vor 6 Tagen
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Aktualisiert: vor 4 Tagen

Messerschmitt KR 175

Wer die Sammlung KLEINWAGEN besucht, wird von riesigen Nutzfahrzeugen empfangen – doch mitten unter den Giganten sticht ein Winzling ins Auge: der Messerschmitt KR 175. Trotz seiner kompakten Maße war der Kabinenroller ein großer Erfolg im Deutschland der 1950er Jahre und wie kaum ein anderes Fahrzeug Symbol für die Neuanfänge der Nachkriegszeit.


Pionier der Mikromobilität

In den 1950er Jahren war Deutschland ein Land der Kleinwagenfahrer. Viele skurrile Konstruktionen prägten das Straßenbild, doch neben der bekannten BMW Isetta war der Messerschmitt Kabinenroller das

Messerschmitt KR 175

erfolgreichste Modell. Die Konstruktion des KR 175 geht direkt auf den Fend Flitzer zurück, eine Entwicklung des Luftfahrtingenieurs Fritz Fend für die Messerschmitt-Werke. Nach dem Krieg suchte Messerschmitt eine Möglichkeit, wieder in die Industrie zu starten, und so entstand die Kooperation mit Fend.

Der KR 175 wurde 1953 und 1954 gebaut, insgesamt verließen etwa 10.000 Exemplare das Werk. Sein Nachfolger, der KR 200, wurde sogar elf Jahre lang produziert und festigte den Ruf des Kabinenrollers. Gemeinsam wurden von allen Varianten rund 50.000 solcher Fahrzeuge gebaut und verkauft.


Technik und Alltag

Der Messerschmitt KR 175 bot Platz für zwei Personen hintereinander und war durch sein geringes Gewicht und die kompakte Bauweise überraschend spritzig. Kabinenrollerfahrer wurden scherzhaft auch „Menschen in Aspik“ genannt – das Plexiglasdach bzw. die Haube schützte die Insassen vor Wind und Wetter und verlieh dem Fahrzeug einen unverwechselbaren Auftritt. Trotz geringer Motorleistung konnte der KR 175 dank Leichtbauweise relativ flott durch den Stadtverkehr bewegt werden.

Ein besonders charmantes Detail: Sogar für das Einsteigen gibt es beim KR 175 eine spezielle Anleitung. Die Haube wird behutsam angehoben und über einen Lederriemen gehalten, anschließend nimmt man mit etwas Geschicklichkeit auf dem Sitz Platz und bringt die Füße präzise in Position. Kein gewöhnlicher Einstieg – und genau das macht auch heute noch den Reiz des Messerschmitt aus.


Messerschmitt KR 175

Weiterentwicklung und Sondermodelle

Der KR 175 wurde vom stärkeren KR 200 abgelöst, der sich noch besser verkaufte und innovative technische Lösungen bot. Die stärkste und schnellste Version kam 1958: Die vierrädrige TG 500-Version („Tiger“) erreichte mit 19,5 PS rund 125 km/h und avancierte zum „Käferschreck“. Wegen Namensrechten durfte sie jedoch nicht „Tiger“, sondern nur „TG 500“ heißen.

Ab 1956 wurde der Fahrzeugbau von Messerschmitt in die FMR (Fahrzeug- und Maschinenbau Regensburg) ausgegliedert.


Messerschmitt KR 175

Fazit

Der KR 175 zeigte, wie Mobilität für viele Menschen nach dem Krieg möglich wurde: einfach, sparsam, clever. Wer das große in kleinen Dingen sucht, sollte im PS.SPEICHER einen genauen Blick auf diesen kleinen Kabinenroller werfen – und einen Hauch vom Pioniergeist der Wirtschaftswunderzeit erleben.




 
 
 

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