Klimafreundliche Mobilität ohne Scheuklappen: Dipl.-Ing. Helmut Heusler in der PS.Halle
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FörderFreunde PS.SPEICHER-Vortrag mit Dipl.-Ing. Helmut Heusler in der PS.Halle
Elektroauto, Wasserstoff oder E-Fuels – was bringt uns wirklich voran auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität?
Am Freitag, 8. Mai 2026, um 19:00 könnt ihr dieser Frage nachgehen. Unter dem Titel „Klimafreundliche Mobilität: Nur mit E-Antrieb? – Welche Alternativen gibt es?“, gibt Dipl.-Ing. Helmut Heusler einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Antriebstechnologien der Zukunft – sachlich, fundiert und mit einem Blick für die Praxis.
Dipl.-Ing. Helmut Heusler ist seit 35 Jahren in der Automobilindustrie aktiv. Er hat an klassischen Otto- und Dieselmotoren gearbeitet, ebenso an Elektroantrieben, Brennstoffzellen und Hybridkonzepten. Er kennt also die verschiedenen Antriebe nicht nur aus Studien, sondern aus der täglichen Entwicklungsarbeit.
Parallel dazu ist er als Fachautor und Lehrbeauftragter an der Hochschule Darmstadt tätig. Dort vermittelt er Studierenden physikalische Grundlagen und Antriebstechnik so, dass sie strukturiert und nachvollziehbar bleiben. Von dieser Mischung aus Praxiswissen und Lehr-Erfahrung profitiert ihr an diesem Abend: Ihr braucht kein Ingenieurstudium, um folgen zu können – bekommt aber trotzdem einen tiefen Einblick in die Materie.
Warum das Thema gerade jetzt so brisant ist
Verkehr ohne CO₂? Wir sind noch nicht da – aber es gibt mehr als eine Spur.
Der Verkehrssektor spielt beim Klimaschutz eine große Rolle. Ein spürbarer Anteil der Treibhausgasemissionen stammt aus dem Straßenverkehr, und die Reduktion verläuft deutlich langsamer als in manchen anderen Bereichen. Gleichzeitig sind Autos, Busse, Transporter und Lkw für unseren Alltag unverzichtbar.
Genau hier entsteht der Spannungsbogen, in dem sich Heuslers Vortrag bewegt: Wie können wir Mobilität erhalten, aber den CO₂-Ausstoß deutlich senken? Reicht es, auf Elektroautos umzusteigen? Was passiert mit dem bestehenden Fahrzeugbestand? Welche Lösungen lassen sich kurzfristig umsetzen, welche brauchen lange Anläufe? Statt nur über einzelne Schlagworte zu sprechen, ordnet Heusler die relevanten Technologien ein – mit Blick auf Energiebedarf, CO₂-Bilanz und Alltagstauglichkeit.
Elektroautos: Effizient – aber nicht automatisch immer erste Wahl
Strom direkt in den Motor: Warum das E-Auto beim Wirkungsgrad so stark ist.
Im Zentrum der aktuellen Debatte stehen batterieelektrische Fahrzeuge. Ihr großer Vorteil: Der Weg vom Strom in der Batterie zum Elektromotor ist kurz und vergleichsweise verlustarm. Ein großer Teil der eingesetzten Energie landet tatsächlich auf der Straße.
Heusler erklärt, warum E-Autos in vielen Szenarien eine sehr gute Lösung sind – etwa im Stadtverkehr oder für Pendelstrecken mit gesicherter Lademöglichkeit. Gleichzeitig spricht er aber auch offen über die Grenzen: Große Batterien erhöhen Gewicht und Kosten, im günstigen Kleinwagen- und Kompaktsegment ist es schwierig, hohe Reichweiten und niedrige Preise zu vereinen. Dazu kommt die Frage nach der Ladeinfrastruktur, insbesondere für Menschen ohne eigenen Stellplatz. Ihr erfahrt, in welchen Alltagssituationen der E-Antrieb seine Stärken voll ausspielen kann – und wo eine andere Technologie zumindest mitgedacht werden sollte.
Wasserstoff und Brennstoffzelle: Starker Kandidat für spezielle Einsätze
Elektroantrieb mit Wasserstoff im Hintergrund – wie sinnvoll ist das im Alltag?
Beim Thema Wasserstoff gehen die Einschätzungen weit auseinander. Brennstoffzellenfahrzeuge nutzen Wasserstoff, um in der Brennstoffzelle Strom zu erzeugen, der dann einen Elektromotor antreibt. Im Fahrgefühl ähnelt das einem Elektroauto, die Technik dahinter ist jedoch komplexer und energieintensiver.
Im Vortrag wird deutlich, warum Brennstoffzellenantriebe vor allem dort punkten, wo hohe Lasten, weite Strecken und kurze Tankzeiten wichtig sind – also zum Beispiel bei Nutzfahrzeugen oder im Fernverkehr. Für den klassischen Pkw-Einsatz sieht die Bilanz anders aus: Herstellung, Speicherung und Transport von Wasserstoff benötigen viel Energie und eigene Infrastruktur. Heusler ordnet nüchtern ein, wo Wasserstoff im Gesamtsystem Mobilität sinnvoll ist, und wo der direkte Einsatz von Strom im batterieelektrischen Fahrzeug die effizientere Lösung bleibt.
E-Fuels: Flüssige Hoffnungsträger mit klaren Grenzen
Synthetische Kraftstoffe für bestehende Motoren – gute Idee oder teurer Umweg?
Besonders emotional diskutiert werden synthetische Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels. Sie werden aus erneuerbarem Strom, Wasserstoff und CO₂ hergestellt und können im Idealfall nahezu klimaneutral sein. Der große Vorteil: Sie lassen sich in bestehender Tankstellen- und Fahrzeuginfrastruktur nutzen.
Gerade für den Bestand – vom Alltagsauto bis zum Oldtimer – klingt das attraktiv. Heusler zeigt, warum E-Fuels aus technischer Sicht eine spannende Ergänzung sein können, gleichzeitig aber energetisch aufwendig sind. Bis aus Wind- oder Sonnenenergie ein flüssiger Kraftstoff geworden ist, gehen viele Wirkungsgradpunkte verloren. Das macht E-Fuels teuer und begrenzt. Im Vortrag wird diskutiert, welche Rolle E-Fuels realistisch spielen könnten: eher als gezielte Lösung für Bereiche wie Luftfahrt, Schifffahrt und Spezialanwendungen – und weniger als Massenkraftstoff für jeden Pkw? Für Oldtimerfans im Publikum ist dieser Teil besonders interessant, weil hier Perspektiven für den historischen Fahrzeugbestand sichtbar werden.
Mehr als der Antrieb: Fahrzeugkonzept und Energiebedarf
Was Aerodynamik, Gewicht und Reifen mit eurem Energieverbrauch zu tun haben.
Ein zentrales Element ist der Blick auf das gesamte Fahrzeug. Jede Form von Antrieb muss Luftwiderstand, Rollwiderstand und Gewicht überwinden. Gerade auf der Autobahn frisst der Luftwiderstand einen großen Teil der Energie – unabhängig davon, ob sie aus der Batterie, dem Wasserstofftank oder dem Kraftstoffsystem stammt.
Fahrwiderstandsoptimierte Fahrzeuge mit günstiger Aerodynamik, geringer Stirnfläche und leichter Bauweise können den Energiebedarf pro Kilometer deutlich senken. Auch rollwiderstandsarme Reifen und ein abgestimmtes Fahrwerk helfen. All das verbessert die CO₂-Bilanz eines Fahrzeugs, egal welcher Antrieb letztlich eingebaut ist. Im Vortrag erfahrt ihr, wie stark sich solche Optimierungen in der Praxis auswirken können – und warum es sich lohnt, den Blick über die reine Antriebsfrage hinaus zu erweitern.
Primärenergie: Strommix, Importe und die Frage nach der Quelle
Wie sauber ist „saubere“ Mobilität wirklich?
Sobald von E-Autos, Wasserstoff oder E-Fuels die Rede ist, stellt sich sofort die Frage: Woher kommt die Energie dafür – und wie klimafreundlich ist sie? Ein Elektroauto ist nur so sauber wie der Strom, mit dem es geladen wird. Ähnlich sieht es bei Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen aus, die auf erneuerbarem Strom basieren.
Heusler nimmt diese Frage ernst und betrachtet nicht nur das Fahrzeug, sondern die gesamte Kette von der Primärenergie bis zum Rad. Wie entwickelt sich der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix? Welche Rolle können Importe von grünem Strom oder Wasserstoff aus sonnen- und windreichen Regionen spielen? Und wie sinnvoll ist es, begrenzte erneuerbare Energie auf unterschiedliche Sektoren zu verteilen? Ihr bekommt ein Gefühl dafür, warum sich manche Technologien auf dem Papier überzeugend anhören, in der realen Energiewelt aber ganz andere Rahmenbedingungen haben.
Klimafreundliche Mobilität im Alltag und im Betrieb
Dieser Abend unterstützt dabei, Möglichkeiten realistisch zu bewerten und sinnvoll einzuordnen.
Der Vortrag richtet sich an alle, die Mobilität nicht nur nutzen, sondern verstehen möchten. Wenn ihr gerade überlegt, wie euer nächstes Auto angetrieben sein soll, bekommt ihr eine fundierte Grundlage, um Vor- und Nachteile besser abzuwägen.
Für Unternehmen mit Fuhrparks liefert der Abend Anregungen, welche Technologien sich in welchem Einsatzgebiet anbieten und welche Rolle Verbrauchsoptimierung bei Fahrzeugen spielen kann. Technikbegeisterte, Schülerinnen und Schüler oder Studierende finden hier einen gut strukturierten Einstieg in ein komplexes Feld. Und für Oldtimer- und Youngtimerfans wird spannend, welche Perspektiven sich für den historischen Fahrzeugbestand auftun. Ihr geht nicht mit einer fertigen Parole nach Hause, sondern mit einem klareren Bild davon, wie sich die verschiedenen Bausteine der klimafreundlichen Mobilität zueinander verhalten.
Ein Thema, das uns alle bewegt
Ob privat oder beruflich: Der Abend unterstützt dabei, E-Mobilität praxisnah zu verstehen und realistisch zu bewerten
Dieser Vortrag verbindet Technik, Energiefragen und Alltagserfahrungen zu einem verständlichen Gesamtbild. Ihr erfahrt, wie batterieelektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellen, E-Fuels und effiziente Fahrzeugkonzepte zusammenwirken können – und wo ihre jeweiligen Grenzen liegen.
Wenn ihr euch nicht mit einfachen Schlagworten zufriedengeben möchtet, sondern genauer verstehen wollt, was hinter den verschiedenen Antrieben steckt, markiert euch den 8. Mai 2026 um 19 Uhr im Kalender. Tickets gibt es hier.
Wenn ihr mehr über die Arbeit des Vereins wissen möchtet, lohnt sich ein Blick auf die Webseite der FörderFreunde PS.SPEICHER e.V. Mitglied werden und dabei sein!
Als Mitglied der FörderFreunde PS.SPEICHER habt ihr freien Eintritt zu dieser einmaligen Veranstaltung. Kein Ticketkauf, nur pure Unterhaltung! Also, schnappt euch eure Freunde, kommt vorbei und lasst euch mit auf eine Reise nehmen, die ihr so schnell nicht vergessen werdet.
Wir freuen uns auf euch!
Ticketinfos & Mitglied werden: Der Eintritt ist für Mitglieder der FörderFreunde PS.SPEICHER kostenlos. Weitere Infos zur Veranstaltung und zur Mitgliedschaft gibt es auf unserer Webseite.




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