Versteckte Highlights in der PS.SPEICHER Erlebnisausstellung: 5 Ecken, an denen viele vorbeilaufen
- vor 3 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
In der PS.SPEICHER Erlebnisausstellung verstecken sich jede Menge Highlights – und selbst, wenn ihr schon öfter hier wart, entdeckt ihr beim nächsten Rundgang wahrscheinlich wieder etwas Neues. Manche Stationen liegen so, dass man sie im Flow des Rundgangs leicht übersieht: ein Film in einer Ecke, eine Ausziehtafel neben dem Hauptweg, ein besonderes Fahrzeug hinter Kisten oder Pfeilern.
In diesem Beitrag stellen wir euch fünf solcher Ecken vor, an denen viele einfach vorbeilaufen. Orte, an denen spannende Geschichten über Menschen, Mobilität und das Gebäude selbst erzählt werden. Vielleicht habt ihr ja nach dem Lesen Lust, beim nächsten Besuch gezielt nach diesen Details zu suchen – und einen zweiten Blick in die versteckten Ecken der Ausstellung zu werfen.
Schubladen ziehen, Geschichte entdecken

Ganz oben in der Erlebnisausstellung findet ihr eine Station, an der viele einfach vorbeilaufen: eine Wand mit Ausziehschubladen. Wer hier stehenbleibt, kann spannende Details aus der Frühzeit des Automobils entdecken.
In den Schubladen könnt ihr euer Wissen über die Anfänge des Automobilzeitalters testen – mit kleinen Texten, Fragen und Objekten. Zwischen technischen Informationen verbirgt sich aber auch sehr Persönliches, zum Beispiel ein amtsärztliches Zeugnis aus Einbeck von 1910, in dem einem Bürger offiziell die körperliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs bescheinigt wird. Solche Dokumente zeigen, wie neu und erklärungsbedürftig das Autofahren damals war – und wie schnell es doch mit Kontrolle und Bürokratie verbunden wurde.
Diese Schubladen sind übrigens kein Einzelphänomen. In mehreren Etagen der PS.SPEICHER Erlebnisausstellung findet ihr ähnliche Auszüge, in denen sich authentische Zeitzeugnisse verstecken: Dokumente, Fotos, Prospekte oder Zeitschriften, die einen Blick auf den Alltag rund um die Fahrzeuge werfen.
„Frau ans Steuer!“: Ein versteckter Themenstrang

Ihr findet ihn auf allen Ausstellungsetagen, aber oft nicht auf den ersten Blick. An den Wänden hängen Ausziehtafeln, über denen ein kleines Symbol auf das Thema hinweist. Wer dieses Zeichen entdeckt und die Tafeln herauszieht, begegnet Pionierinnen, Rennfahrerinnen und Abenteurerinnen, die das Automobil von Anfang an mitgeprägt haben. Dass die Tafeln nicht sofort ins Auge springen, passt zur Geschichte: So wie Frauen in der Automobilwelt häufig übersehen wurden, müsst ihr auch hier genauer hinschauen, um ihre Geschichten zu entdecken.
Besonders eindrücklich wird dieser Themenstrang in der fünften Etage: Dort liegt etwas abseits eine Filmstation zu Clärenore Stinnes, die als erste Person die Welt in einem Automobil umrundete. Gemeinsam mit einem kleinen Team fuhr sie mit einem Serienwagen durch Regionen ohne Straßen, ohne Tankstellennetz und ohne verlässliche Infrastruktur. Die Station zeigt Ausschnitte dieser Reise und bleibt leicht unbemerkt – wer sich aber kurz Zeit nimmt, bekommt ein Gefühl dafür, was „Fernreise im Auto“ in den 1920er-Jahren bedeutete: lange Tage auf schlechten Wegen, Reparaturen unterwegs, Warten auf Ersatzteile und viele Begegnungen entlang der Route.
Mehr als Haushaltsgeräte: Miele und die Mofa-Ära

In der dritten Etage geht es um Transport, Güter und die praktische Seite der Mobilität. Zwischen Holzkisten, Paletten und Holzpfeilern versteckt sich ein Exponat, das viele überrascht, wenn sie den Schriftzug lesen: ein Mofa von Miele.
Heute verbinden die meisten Miele mit Haushaltsgeräten, vor allem mit Waschmaschinen. In den 1950er Jahren war Miele jedoch auch einer der größten deutschen Mofa-Produzenten. Das Mofa in der Erlebnisausstellung erinnert an diese Zeit, in der motorisierte Zweiräder für viele Menschen ein erschwinglicher Einstieg in die motorisierte Mobilität waren. Es war ein praktisches Fahrzeug für kurze Wege, für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für kleine Besorgungen.
Vom Kornspeicher zum PS.SPEICHER

In der zweiten Etage geht es nicht nur um die Gegenwart der Motorfahrzeuge, sondern auch um die Geschichte des Gebäudes selbst. Viele bleiben hier vor den modernen Fahrzeugen stehen und übersehen den Ausstellungsbereich zum Kornspeicher. Hier seht ihr, wie das Gebäude vor dem Umbau zum PS.SPEICHER ausgesehen hat und wie früher das Korn gelagert wurde. Alte Fotos, Pläne und Einblicke in den ehemaligen Nutzungskontext machen deutlich, dass ihr euch in einem umgebauten Speicherbau bewegt – einem Haus mit ganz eigener Vergangenheit. Ein weiterer Raum der „Kornhaus“-Ausstellung ist übrigens über den Museumsshop im Erdgeschoss erreichbar. Wer sich für Architektur, Regionalgeschichte oder den Wandel von Gebäuden interessiert, findet dort vertiefende Einblicke.
Der Rebound-Effekt-Station im Themenstrang „Grüner Faden“

Kurz vor dem Ende der Erlebnisausstellung, etwas zurückgezogen in einer Ecke, gehört eine Station zum Themenstrang „Grüner Faden“ zu den Bereichen, an denen viele nur vorbeilaufen. Auf einem Bildschirm könnt ihr dort interaktiv verschiedene Autoklassen aus mehreren Jahrzehnten vergleichen, zum Beispiel SUVs oder Kleinwagen.
Dabei wird sichtbar:
Fahrzeuge werden im Durchschnitt immer größer und schwerer,
gleichzeitig werden die Motoren technisch effizienter – sie verbrauchen weniger Energie pro Kilometer als früher.
Auf den ersten Blick klingt das positiv. Doch hier setzt der sogenannte Rebound-Effekt an. Vereinfacht gesagt bedeutet er: Wenn Technik effizienter wird, nutzen wir sie oft intensiver oder in größerer Form, sodass ein Teil der Einsparung wieder verloren geht. Wenn ihr beim nächsten Besuch fast am Ende der Ausstellung seid, lohnt sich ein kurzer Abstecher in diese Ecke. Die Station ist ein guter Moment, um noch einmal innezuhalten und zu überlegen, was „Fortschritt“ im Bereich Mobilität eigentlich bedeutet.
Lust auf einen neuen Blick auf die PS.SPEICHER Erlebnisausstellung?
Wenn ihr diese „versteckten Ecken“ selbst entdecken möchtet, lohnt sich ein erneuter Rundgang durch die Erlebnisausstellung – gerne mit etwas mehr Zeit für die kleinen Stationen am Rand.

Ihr wollt keine Neuigkeiten aus dem PS.SPEICHER verpassen? Dann abonniert jetzt unseren PS.Insider Newsletter und bleibt immer informiert über Fahrzeuge, Veranstaltungen und spannende Einblicke hinter die Kulissen.




Kommentare