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Vom Getreidespeicher zum PS.SPEICHER

  • vor 6 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Die STIFTUNG PS.SPEICHER setzt sich aktiv für die Förderung des Denkmalschutzes ein.


Einbeck ist bekannt für Bier, Fachwerk und seit einigen Jahren auch für den PS.SPEICHER - Europas größtes Oldtimer- und Erlebnismuseum. Doch bevor hier Motorräder, Autos und Fahrräder die Geschichte der Mobilität erzählen konnten, war das Gebäude ein Ort der Landwirtschaft: ein Kornspeicher.

Die Entwicklung vom Getreidespeicher zum Kulturdenkmal ist eine Geschichte von Wandel, Bewahrung und Vision.

Kornspeicher in Einbeck um 1955
Das Einbecker Kornhaus um 1955.

Die Baugeschichte des Kornhauses

Das Kornhaus wurde 1898/99 errichtet und soll wohl 125.000 Mark gekostet haben. Einbeck war zu dieser Zeit ein wichtiger Umschlagplatz für Getreide.

  • Architektur: Sechsstöckiger Backsteinbau, 20 Meter lang, 27 Meter hoch, 16 Meter breit.

  • Besonderheiten: Zinnenbekrönte Schaugiebel, zweifarbige Ziegel, innenliegende Holzkonstruktionen.

  • Kapazität: Rund 1.000 Tonnen Getreide konnten hier gelagert werden.

Die preußischen Kornhausgesetze förderten damals den Bau solcher Speicher. Mit Gleisanschluss an die Ilmebahn war das Kornhaus perfekt in die Infrastruktur eingebunden.


Nutzung im 20. Jahrhundert

Über Jahrzehnte diente das Kornhaus der Getreidelagerung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es auch für Futtermittel und Saatgutaufbereitung genutzt. Später fanden hier ein Landmaschinenhandel, eine Werkstatt, ein Kohle- und Landhandel sowie eine Tankstelle Platz.

Doch mit moderneren Speicheranlagen in der Region verlor das Kornhaus seine ursprüngliche Bedeutung. Zeitweise stand es leer – ein Baudenkmal ohne klare Zukunft.


Die Idee des PS.SPEICHER

2007 entstand die Vision, das Kornhaus zu einem Ort der Mobilitätsgeschichte zu machen. Karl-Heinz Rehkopf, leidenschaftlicher Sammler, brachte seine Sammlung von über 2.500 Fahrzeugen in die 2009 gegründete Kulturstiftung Kornhaus ein.

Ziele der Stiftung:

  • Präsentation und Konservierung von Fahrzeugen aus verschiedenen Epochen.

  • Erhalt des Kornhauses als Ausstellungsort.

  • Erhalt der ehemaligen Tapetenfabrik „Vereta“ als Depot.

  • Förderung von Kunst, Musik und Kultur.


Vom Dornröschenschlaf zur Erlebnisausstellung

Zwischen 2012 und 2014 wurde das Kornhaus denkmalgerecht restauriert.

  • Umbauten: Ein Erschließungsturm mit Fahrstuhl, Empfangshalle, Kassenhaus in Form einer Tankstelle.

  • Eröffnung: Am 23. Juli 2014 öffnete der PS.SPEICHER seine Türen.

  • Ausstellung: Über 40 Szenen erzählen die Geschichte der Mobilität - von den ersten Fahrrädern bis zur Zukunft der Elektromobilität.

Besucher erleben hier nicht nur Geschichte, sondern auch interaktive Stationen, an denen sie selbst experimentieren können.


Der Satzungszweck der STIFTUNG PS.SPEICHER

Die STIFTUNG PS.SPEICHER verfolgt einen klaren Auftrag:

  • Förderung von Bildung und Kultur durch die Präsentation der Mobilitätsgeschichte.

  • Förderung des Denkmalschutzes, insbesondere durch den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude Kornhaus und Tapetenfabrik „Vereta“.

Damit verbindet die Stiftung zwei zentrale Anliegen: Technikgeschichte lebendig machen und Baudenkmäler bewahren.


Bedeutung für Einbeck und darüber hinaus

Der PS.SPEICHER ist heute ein Wahrzeichen Einbecks – neben Bier und Fachwerk das dritte große Aushängeschild.

  • Tourismus: Jährlich besuchen mehrere zehntausende Gäste die Ausstellung.

  • Bildung: Schulprojekte, Workshops, Kooperationen mit Hochschulen und dem MINTmachRaum in Einbeck.

  • Kultur: Sonderausstellungen zu Marken wie DKW oder NSU, Veranstaltungen und Tagungen, wie zum Beispiel der Einbecker Oldtimertage am ersten Juli Wochenende des Jahres.


Ein lebendiges Denkmal

Die Geschichte vom Kornhaus zum PS.SPEICHER zeigt, wie Wandel und Bewahrung Hand in Hand gehen.

  • Aus einem Ort der Landwirtschaft wurde ein Ort der Kultur.

  • Aus einem Baudenkmal wurde ein lebendiges Museum.

  • Aus privater Leidenschaft wurde ein öffentliches Erbe.

Die STIFTUNG PS.SPEICHER erfüllt damit ihren Satzungszweck in beispielhafter Weise: Sie bewahrt Denkmäler, fördert Kultur und macht Geschichte erlebbar.


Das Kornhaus ist heute mehr als ein Speicher – es ist ein Symbol dafür, dass Vergangenheit und Zukunft miteinander verbunden sind. Der PS.SPEICHER lädt dazu ein, Mobilität nicht nur zu sehen, sondern zu erleben.


Blick in das Foyer des PS.SPEICHERs
Blick in das Foyer im PS.SPEICHER


 
 
 

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