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Vor 140 Jahren: Patentanmeldung für den Benz Patent-Motorwagen Nr. 1

  • 10. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Der Benz Patent-Motorwagen Nr. 1 gilt als das erste wirklich praxistaugliche Automobil mit Verbrennungsmotor – eine Art Startpunkt der Automobilgeschichte, an dem sich bis heute vieles festmacht. In diesem Jahr jährt sich dieser Moment zum 140. Mal.


Benz Patent-Motorwagen Nr. 1 in der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER, dreirädriges Fahrzeug mit Sitzbank und freiliegendem Motoraufbau.
Der Benz Patent-Motorwagen in der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER (C) PS.SPEICHER

140 Jahre „Geburtsurkunde des Automobils“

Am 29. Januar 1886 reichte der Ingenieur Carl Benz (1844–1929) beim Kaiserlichen Patentamt sein Patent für ein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ ein. Dieses Dokument wird häufig als „Geburtsurkunde“ des Automobils bezeichnet – nicht, weil es vorher keine Ideen gab, sondern weil hier ein funktionsfähiges Gesamtsystem beschrieben und geschützt wurde: Motor, Antrieb sowie Fahrzeugkonzept.


Warum ein Motor im Fahrzeug damals alles andere als banal war

Ende des 19. Jahrhunderts war es ein Novum, einen Motor in ein Fahrzeug zu setzen. Leistungsfähige, relativ leichte Motoren für mobile Anwendungen existierten kaum. Viele frühe Motoren waren groß, schwer und für stationäre Zwecke gedacht. Für ein Automobil brauchte es also einen Motor, der klein genug, schnelllaufend genug und zuverlässig genug war, um sich überhaupt bewegen zu lassen.


Carl Benz’ Schlüsselidee: ein leichter, schnelllaufender Ottomotor

Genau hier liegt Benz’ eigentliche Leistung: Er entwickelte einen kompakten, wassergekühlten Ottomotor, der für den Einbau in ein Fahrzeug geeignet war. Der Motor wog um die 100 Kilogramm, hatte knapp einen Liter Hubraum, nur einen Zylinder und wurde mit Benzin betrieben.

Wichtig: Das war nicht „Benzin“ im heutigen Sinn. Getankt wurde Leichtbenzin aus der Apotheke – Tankstellen gab es noch nicht. Bedient wurde das Ganze ebenfalls ungewohnt: Pedale, wie wir sie erwarten würden, fehlten. Neben der Sitzbank befand sich ein Fahr- und Bremshebel.


Erst einmal Skepsis

Menschen reagierten eher mit Zurückhaltung auf diese Entwicklungen. Die Idee, motorisiert unterwegs zu sein, musste sich erst setzen. Die frühe Resonanz war in Frankreich stärker. 1889 zeigte Benz seinen Motorwagen und Motoren auf der Pariser Weltausstellung und erhielt Aufmerksamkeit, die in dieser Form als Signal wichtig war, dass das Konzept nicht nur eine Werkstattidee blieb.


Die Fernfahrt von Bertha Benz: Praxisbeweis unter echten Bedingungen

Ein entscheidender Impuls kam außerdem aus der Familie: Bertha Benz, die Ehefrau von Carl Benz, brach 1888 mit ihren Söhnen zu einer Fahrt von Mannheim nach Pforzheim auf, ohne das vorher groß anzukündigen. Diese Tour war kein gemütlicher Ausflug: Treibstoff organisieren, technische Probleme lösen, das Fahrzeug am Laufen halten, all das gehörte dazu.

Gerade deshalb war die Fahrt so bedeutsam. Sie zeigte, dass das Prinzip nicht nur auf dem Hof funktionierte, sondern auch auf längerer Strecke, was dem Projekt öffentliche Glaubwürdigkeit gab.


Vom Dreirad zur Weiterentwicklung

Rückansicht des Benz Patent-Motorwagen Nr. 1 in der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER; sichtbar sind das dreirädrige Heck, Rahmen und Antriebselemente.
Die Rückansicht des Benz Patent-Motorwagen (C) PS.SPEICHER

Trotz der frühen Aufmerksamkeit blieb der dreirädrige Motorwagen vor allem in Deutschland zunächst ein Nischenprodukt. Erst über den Umweg über Frankreich fand Benz in den 1890er-Jahren mehr Käufer. Gleichzeitig entwickelte er seine Fahrzeuge weiter. Mit vier Rädern näherte sich das Auto Schritt für Schritt der Bauform an, die uns heute vertraut ist.

Der Benz Patent-Motorwagen im PS.SPEICHER


In der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER gibt es ein Exemplar des Benz Patent-Motorwagen Nr. 1 zu entdecken. Kommt gern vorbei!



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