top of page

110 Jahre BMW Geschichte: Die Anfänge im Motorrad- und Automobilbau

  • vor 5 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Zum 110. Geburtstag von BMW lohnt sich ein Blick auf die frühen Jahre der Marke. Besonders anschaulich wird diese Phase an zwei Fahrzeugen: am ersten BMW-Motorrad und am frühen Einstieg in den Automobilbau. Mit der BMW R32 beginnt 1923 die Geschichte von BMW als Motorradhersteller. Nur wenige Jahre später folgt mit der Übernahme des Dixi-Werks der Schritt ins Autogeschäft. Im PS.SPEICHER lässt sich dieser Beginn bis heute nachvollziehen: mit der BMW R32 in der Erlebnisausstellung und dem BMW Dixi in der Sammlung KLEINWAGEN.



Frühe BMW Geschichte: Die Anfänge der Marke

Im März 1916 geht die Flugmaschinenfabrik von Gustav Otto in die neu gegründete Bayerischen Flugzeugwerke AG (BFW) über. Ein Jahr später, im Juli 1917, wird aus der Rapp Motorenwerke GmbH die Bayerische Motoren-Werke GmbH, kurz BMW. Der neue Geschäftsführer Josef Popp lässt noch im selben Jahr das Firmenzeichen schützen: einen Kreis mit weißen und blauen Flächen und den Buchstaben B.M.W. im äußeren Ring.


In den Anfangsjahren konzentriert sich das Unternehmen auf Flugmotoren und andere Einbaumotoren. 1922 erwirbt Camillo Castiglioni die Marke BMW und überträgt sie auf die BFW, zugleich zieht BMW auf das ehemalige BFW-Gelände um. Dort hat BMW bis heute seinen Stammsitz. Deshalb gilt das Gründungsjahr der BFW heute auch als Gründungsjahr von BMW.


Die BMW R32: Das erste eigene BMW-Motorrad

Die BFW Helios mit BMW-Motor in der Erlebnisausstellung im PS.SPEICHER.
Die BFW Helios mit BMW-Motor in der Erlebnisausstellung im PS.SPEICHER.

Nach dem Ersten Weltkrieg verändern sich die Voraussetzungen für das Unternehmen grundlegend. Der Bau von Flugzeugen und Flugmotoren ist zunächst untersagt. Da BMW bis 1919 ausschließlich Flugmotoren für die deutsche Armee produziert hat, braucht das Unternehmen ein neues Geschäftsfeld. Zunächst entstehen Einbaumotoren für Boote und Lastwagen. Die BMW-Konstrukteure Martin Stolle und Max Friz entwickeln außerdem den ersten Motorradmotor von BMW: den M2B15, einen vibrationsarmen Boxermotor und zugleich den ersten Motorradmotor mit Leichtmetallkolben. Eingesetzt wird er ab 1921 in der Victoria KR 1 und in der BFW Helios. Mit dem Zusammenschluss mit BFW im Jahr 1922 wird BMW schließlich selbst zum Motorradproduzenten.


Das erste eigenständig entwickelte BMW-Motorrad folgt kurz darauf. Max Friz entwickelt in nur wenigen Wochen die BMW R32. Auf der Berliner Automobilausstellung 1923 wird die Maschine vorgestellt. Sie besitzt einen luftgekühlten Boxermotor mit zwei quer zur Fahrtrichtung liegenden Zylindern und Kardanantrieb – beides Merkmale, die bis heute eng mit BMW-Motorrädern verbunden sind. Die R32 überzeugt durch ihre gelungene Gesamtkonzeption und ihre Qualität. Insgesamt entstehen 3.100 Maschinen in Handarbeit.


Das erste BMW-Motorrad R32 in der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER.
Das erste BMW-Motorrad R32 in der Erlebnisausstellung des PS.SPEICHER.

Hersteller

BMW


Typ

R 32


Motorbauart

2 Zyl. Viertakt


Hubraum

494 cm³


Leistung

8,5 PS


Bauzeitraum

1923-1926


Höchstgeschwindigkeit

95 km/h


Neupreis

2.200 RM



Mit der R32 beginnt für BMW eine Entwicklung, die das Unternehmen im Motorradbau fest etabliert. Der Motorradbau bleibt nicht nur ein Versuch, sondern wird zu einem wichtigen Standbein der Marke. Schon zwei Jahre später folgt mit der R37 das nächste Modell mit 16 PS, entwickelt von BMW-Ingenieur Rudolf Schleicher.

 

Der Schritt Richtung Automobilbau

Die qualitativ hochwertigen und modernen Motorräder verschaffen BMW in den 1920er Jahren einen guten Ruf. Ab 1924 nimmt das Unternehmen auch den Flugmotorenbau wieder auf. Parallel dazu reift bei Generaldirektor Josef Popp der Entschluss, in die Herstellung kleiner Automobile einzusteigen.


Zunächst beteiligt sich BMW an einem ungewöhnlichen Fahrzeugprojekt der Schwäbischen Hüttenwerke AG. Dieses Vorhaben kommt jedoch nie bis zur Serienreife. Als sich dann die Möglichkeit ergibt, das wirtschaftlich angeschlagene, aber technisch gut ausgestattete Dixi-Werk zu übernehmen, entscheidet sich BMW gegen das riskantere Eigenprojekt und für den Kauf in Eisenach. Dixi war zuvor vor allem mit großen und teuren Fahrzeugen bekannt geworden, konnte sich nach den Belastungen der Nachkriegszeit und der Inflation aber nicht mehr erholen. Die Hinwendung zum Kleinwagenbau ist ein Versuch, das Unternehmen zu stabilisieren. Der Dixi 3/15 PS ist ein Lizenzbau des erfolgreichen englischen Kleinwagens Austin Seven und bringt neue Impulse, reicht aber nicht mehr aus, um das Werk dauerhaft zu retten. Zum 1. Oktober 1928 werden die Dixi-Werke Teil von BMW und als Zweigniederlassung Eisenach weitergeführt.


Dixi und der BMW 3/15

Nach der Übernahme lässt BMW die Produktion des Dixi 3/15 PS Typ DA1 zunächst weiterlaufen. Bis Juli 1929 entstehen noch 3.146 Exemplare, die das Markenzeichen von BMW tragen. Trotz Inflation verkauft sich der Dixi gut, 1930 kostet er 2.175 Reichsmark und ist damit deutlich günstiger als die meisten anderen Autos.


BMW Dixi Cabriolet in der Sammlung Kleinwagen des PS.SPEICHER, umgeben von weiteren historischen Kleinwagen in der Ausstellungshalle.

Im Juli 1929 erscheint mit dem BMW 3/15 PS Typ DA 2 die überarbeitete Version. Sie erhält unter anderem einen neuen Kühler, Vierradbremsen und einen breiteren Aufbau. Für die Limousine wird eine Ganzstahlkarosserie verwendet, die bei Ambi-Budd in Berlin gefertigt wird. Die offenen Varianten entstehen in Eisenach in leichter Bauweise. Ab 1930 ist das Modell zusätzlich als Zweifenster-Cabriolet und als Kastenlieferwagen erhältlich. Diese Sonderausführungen bleiben jedoch selten, da der größte Teil der Fahrzeuge an die Reichswehr geliefert wird. Die Baureihe bleibt noch bis 1932 im Programm und wird von BMW stetig weiterentwickelt. 1930 erscheint der Typ DA 3, 1931 folgt der Typ DA 4. Im März 1932 beendet BMW den Lizenzvertrag mit Austin vorzeitig. An seine Stelle tritt der BMW 3/20 PS, der als erstes vollständig von BMW entwickeltes Auto gilt.

Hersteller

BMW


Typ

3/15 PS DA 1 "Dixi"


Motorbauart

4 Zyl. Viertakt


Hubraum

748 cm³


Leistung

15 PS


Bauzeitraum

1928-1929


Höchstgeschwindigkeit

75 km/h


Neupreis

2.175



BMW erleben mit dem neuen PS.SPEICHER Tagesticket

Wer tiefer in die Geschichte von BMW Motorrädern und frühen BMW Fahrzeugen eintauchen möchte, kann den Besuch ideal mit dem PS.SPEICHER: 1 Tagesticket - Erlebnis Fahrzeugwelten verbinden. Damit habt ihr Zugang zur Erlebnisausstellung und zu allen Sammlungen – und könnt euch ganz entspannt sowohl die BMW R32 in der Erlebnisausstellung als auch den BMW Dixi in der Sammlung KLEINWAGEN anschauen. So entsteht aus einzelnen Fahrzeugen ein größerer Zusammenhang: vom Motorradbau bis zu den frühen Automobilen der Marke BMW.


Tagesticket

Fazit

Die frühen Jahre von BMW zeigen, dass sich die Marke nicht auf einen Schlag, sondern in mehreren Etappen entwickelt. Zunächst steht der Motorenbau im Mittelpunkt, dann wird mit der R32 der Einstieg in den Motorradbau sichtbar. Wenige Jahre später folgt mit der Übernahme des Dixi-Werks der Weg ins Automobilgeschäft. Diese frühen Schritte legen den Grundstein für eine Marke, die heute weltweit für sportliche Automobile und technisch anspruchsvolle Motorräder bekannt ist.


Vielleicht interessiert dich auch...


PS.Insider

Ihr wollt keine Neuigkeiten aus dem PS.SPEICHER verpassen? Dann abonniert jetzt unseren PS.Insider Newsletter und bleibt immer informiert über Fahrzeuge, Veranstaltungen und spannende Einblicke hinter die Kulissen.



 
 
 

Kommentare


bottom of page