Kultmaschine mit Wasserkühlung – Die Geschichte der Suzuki GT 750

PS.BIKERTAG am 29. August 2026
Am 29. August 2026 lädt der PS.SPEICHER zum 8. PS.BIKERTAG ein. Willkommen sind alle – mit oder ohne Motorrad. Unter dem Motto „Selten und begehrt – Motorräder mit Geschichte“ stehen besondere Maschinen und ihre Geschichten im Mittelpunkt. Wer sich für klassische Motorräder, seltene Modelle und außergewöhnliche Zweiräder interessiert, sollte sich den Termin vormerken.
Ein neues Kapitel für den PS.SPEICHER Blog
Herzlich willkommen zur neuen Rubrik im PS.SPEICHER Blog! In dieser Reihe greifen wir das beliebte YouTube-Format „PS.SPEICHER TV“ wieder auf und stellen außergewöhnliche Fahrzeuge aus unseren Sammlungen vor. Den Anfang macht eine echte Motorradlegende: die Suzuki GT 750, besser bekannt als „Wasserbüffel“. In diesem ausführlichen Beitrag nehmen wir euch mit auf eine Zeitreise in die 1970er Jahre und zeigen, warum dieses Motorrad bis heute Kultstatus genießt.
Die Suzuki GT 750 – Ein Meilenstein der Motorradgeschichte
Die Suzuki GT 750 wurde 1971 vorgestellt und war das erste Serienmotorrad mit wassergekühltem Dreizylinder-Zweitaktmotor. Schon bei ihrer Präsentation auf der Tokyo Motor Show sorgte sie für Aufsehen und setzte neue Maßstäbe in Sachen Technik und Fahrkomfort. Der Spitzname „Wasserbüffel“ entstand schnell – einerseits wegen der Wasserkühlung, andererseits aufgrund ihres bulligen Erscheinungsbilds.
Technische Daten im Überblick
Motortyp: Dreizylinder-Zweitaktmotor, wassergekühlt
Hubraum: 738 cm³
Leistung: Je nach Modelljahr 52 bis 70 PS bei 6.500–6.800 U/min
Drehmoment: Bis zu 77 Nm bei 5.500 U/min
Getriebe: 5-Gang
Höchstgeschwindigkeit: Bis zu 197 km/h
Leergewicht: ca. 230–251 kg
Tankvolumen: 17 Liter
Bremse vorne: Doppelscheibenbremse
Bremse hinten: Trommelbremse
Design und Technik: Ein Motorrad mit Charakter

Die GT 750 beeindruckt schon auf den ersten Blick mit ihrer Größe und Präsenz. Der breite Wasserkühler vor dem Motor, die wuchtigen Auspuffanlagen und das markante Design machen sie unverwechselbar. Besonders auffällig sind die vier Auspuffendrohre, die dem Motorrad aus der Heckansicht das Aussehen eines Vierzylinders verleihen – tatsächlich arbeitet im Inneren aber ein Dreizylinder.
Die Wasserkühlung war für Motorräder dieser Zeit eine absolute Innovation. Sie sorgte für eine gleichmäßige Temperatur im Motor, erhöhte die Zuverlässigkeit und ermöglichte eine hohe Leistungsausbeute. Ein Thermostat und ein automatisch zuschaltender Kühlerlüfter garantierten, dass der Motor auch bei längeren Fahrten nicht überhitzte.
Fahrwerk und Komfort
Das Fahrwerk der GT 750 ist auf Komfort und Stabilität ausgelegt. Eine ölgedämpfte Teleskopgabel vorne und eine fünffach verstellbare Hinterradfederung sorgen für eine angenehme Fahrt, auch auf längeren Strecken. Trotz des hohen Gewichts lässt sich das Motorrad erstaunlich gut bewegen – ein Verdienst der ausgereiften Fahrwerksgeometrie und der ausgewogenen Gewichtsverteilung.
Der Motor: Kraftpaket mit einzigartigem Sound

Im Zentrum der GT 750 schlägt ein 738 cm³ großer Dreizylinder-Zweitaktmotor. Drei Mikuni-Vergaser mit 32 mm Durchlass versorgen die Zylinder mit dem nötigen Kraftstoff-Luft-Gemisch. Die Auspuffanlage, das sogenannte ECTS (Exhaust-Coupler-Tube-System), verbindet die Krümmer miteinander und sorgt für einen gleichmäßigen Drehmomentverlauf.
Der Motor zeichnet sich durch seine Laufruhe und das satte Drehmoment aus. Schon bei niedrigen Drehzahlen steht viel Kraft zur Verfügung – das Motorrad zieht „wie ein Büffel“ durch, weshalb es zu seinem Spitznamen kam. Der Sound ist typisch für einen großen Zweitakter: tief, sonor und unverkennbar.
Leistungsdaten und Fahrverhalten
Je nach Modelljahr leistet der Motor zwischen 52 und 70 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 190 bis knapp 200 km/h. Trotz des hohen Gewichts beschleunigt die GT 750 in rund sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h – für die damalige Zeit ein beeindruckender Wert.
Alltagstauglichkeit und Besonderheiten
Der breite Sitz, die entspannte Sitzposition und das gut ablesbare Cockpit mit digitaler Ganganzeige machten lange Fahrten angenehm. Ein weiteres Highlight: Die Maschine war sowohl mit Kick- als auch mit Elektrostarter ausgestattet – damals keine Selbstverständlichkeit.
Die GT 750 im Fahrbetrieb: Eindrücke aus dem Video
Im Video von PS.SPEICHER TV wird die GT 750 auf den Landstraßen rund um Einbeck bewegt. Schon beim Anlassen beeindruckt der sonore Klang des Motors. Während der Fahrt begeistert die Maschine durch ihre souveräne Kraftentfaltung und die entspannte Sitzposition. Trotz ihres Gewichts wirkt sie keineswegs behäbig, sondern lässt sich präzise und sicher durch Kurven bewegen.
Fahrspaß und Nostalgie
Die Fahrer berichten von einem einzigartigen Fahrgefühl: Der Motor läuft seidenweich, das Drehmoment steht schon früh zur Verfügung, und der Sound sorgt für Gänsehaut. Die GT 750 ist ein Motorrad, das Emotionen weckt und Erinnerungen an eine Zeit wachruft, in der Motorräder noch echte Charaktertypen waren.
Fazit: Eine Legende lebt weiter
Die Suzuki GT 750 ist mehr als nur ein Motorrad. Sie steht für eine besondere Phase der Technikgeschichte und fasziniert bis heute mit ihrem wassergekühlten Dreizylinder-Zweitaktmotor, ihrem markanten Design und ihrem charakteristischen Fahrgefühl.
Im PS.SPEICHER in Einbeck lässt sich der „Wasserbüffel“ in der Sammlung MOTORRAD aus nächster Nähe entdecken. Mit dem 1-Tagesticket – Erlebnis Fahrzeugwelten könnt ihr den Besuch zudem ganz flexibel erweitern und neben der Sammlung MOTORRAD auch die Erlebnisausstellung sowie alle weiteren Sammlungen des PS.SPEICHER erkunden.
So wird aus dem Blick auf ein einzelnes Motorrad eine Reise durch mehr als 200 Jahre Mobilitätsgeschichte – analog vor Ort und mit Formaten wie PS.SPEICHER TV auch digital.
Bitte beachtet: Die Schatzkammer ist nicht im Tagesticket enthalten und kann separat besucht werden.



