Wenn Geschichten fahren lernen: „In 20 Kilo nach Rom“ als besonderer Auftakt zu den Einbecker Oldtimertagen
- vor 7 Stunden
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Lesung und Live-Musik im PS.SPEICHER als besonderer Auftakt zu den Einbecker Oldtimertagen
Bevor bei den Einbecker Oldtimertagen wieder Motoren brummen, Klassiker glänzen und die Stadt ganz im Zeichen historischer Fahrzeuge steht, gibt es einen Auftakt, der perfekt zum Wochenende passt — aber bewusst einen anderen Ton anschlägt. Einen persönlicheren. Einen musikalischeren. Einen, der nach Straße, Sommer und Fernweh klingt.
Am Freitag, 3. Juli 2026, laden die FörderFreunde PS.SPEICHER zur Vorabendveranstaltung „In 20 Kilo nach Rom“ in die PS.Halle ein. Und schon der Titel macht neugierig. Denn das klingt nicht nach einer klassischen Lesung mit steifem Kulturprogramm, sondern nach einer Geschichte, die man nicht nur hört, sondern miterlebt.
Im Mittelpunkt steht ein goldener VW Käfer von 1974, liebevoll „Goldie“ genannt. Und Goldie ist an diesem Abend weit mehr als nur ein schönes altes Auto. Er ist Reisegefährte, Blickfang, Erinnerungsträger — und irgendwie auch der heimliche Star auf der Bühne der PS.Halle. Denn mit ihm beginnt eine Geschichte, wie sie wohl nur das echte Leben schreiben kann: Aus einer Fasten-Wette wird ein Roadtrip nach Rom. Vier Länder, sechs Nächte, sieben Tankstopps und jede Menge Momente, die man nicht planen kann, aber nie wieder vergisst.
Genau darin liegt der Reiz dieses Abends. Es geht nicht einfach nur um eine Reise von A nach B. Es geht um das Losfahren. Um spontane Ideen. Um kleine Umwege. Um Begegnungen am Rand der Straße. Um das Gefühl, dass alte Autos manchmal mehr Seele haben als moderne Perfektion. Und es geht um diese besondere Mischung aus Abenteuer und Alltag, die jede gute Roadstory so unwiderstehlich macht.
Thomas Küster nimmt das Publikum mit auf diese Reise — nicht trocken, nicht geschniegelt, sondern so, wie gute Geschichten erzählt werden wollen: nahbar, lebendig und mit Blick für die kleinen Szenen, die unterwegs oft die größten werden. Man ahnt sofort, dass es hier nicht um ein glattpoliertes Reiseprotokoll geht, sondern um eine Geschichte mit Herz, Humor und echtem Erleben.
Musikalisch begleitet wird der Abend von Michael Suermann, vielen auch als MSolo bekannt. Doch „begleitet“ ist eigentlich fast zu wenig gesagt. Denn die Musik läuft hier nicht einfach mit, sie erzählt mit. Mit Gitarre, Loops und Klangflächen schafft Suermann keine bloße Hintergrundstimmung, sondern eine zweite Ebene der Geschichte. Mal ruhig, mal treibend, mal fast schwebend — immer nah an dem, was gerade erzählt wird.
So entsteht kein Abend nach dem Muster „erst lesen, dann Musik, dann Applaus“, sondern ein Format, das viel offener, atmosphärischer und lebendiger wirkt. Wort und Klang greifen ineinander. Die Geschichte rollt nicht einfach voran — sie bekommt Sound, Raum und Bewegung. Und genau das macht „In 20 Kilo nach Rom“ so passend für den PS.SPEICHER.
Denn hier, zwischen Mobilitätsgeschichte, Technikleidenschaft und jeder Menge automobiler Kultur, passt ein Fahrzeug wie Goldie ganz wunderbar hinein. Im PS.SPEICHER geht es schließlich nicht nur um das Ausstellen von Fahrzeugen, sondern immer auch um das, was sie in Menschen auslösen: Erinnerung, Begeisterung, Sehnsucht, Neugier, Freiheitsgefühl. Alte Fahrzeuge sind eben nicht nur Technik. Sie sind oft auch Geschichten auf Rädern.
Und genau deshalb ist diese Veranstaltung weit mehr als nur ein hübscher Programmpunkt vor dem großen Wochenende. Sie ist ein Auftakt mit Atmosphäre. Einer, der das Thema Oldtimer nicht nur über Lack, Chrom und Motorensound öffnet, sondern über Menschen, Erlebnisse und Emotionen. Wer schon einmal mit einem alten Auto unterwegs war, kennt dieses Gefühl: Man fährt nicht einfach nur irgendwohin. Man erlebt die Strecke anders. Langsamer vielleicht. Aufmerksamer. Intensiver. Genau dieses Lebensgefühl scheint an diesem Abend im Mittelpunkt zu stehen.
Besonders schön ist dabei der Gedanke, dass Goldie voraussichtlich auch bei der Oldtimer Rallye mitfahren wird. Damit bleibt der Käfer nicht nur Teil der Geschichte auf der Bühne, sondern könnte direkt weiterrollen — hinaus aus der Halle und hinein ins Wochenende. Das macht die Verbindung zwischen Lesung und Oldtimertagen noch charmanter. Erst erzählt Goldie seine Geschichte, dann zeigt er vielleicht gleich am nächsten Tag, dass in ihm noch immer echtes Rallye-Feeling steckt.
Gerade als Vorabendveranstaltung zu den Einbecker Oldtimertagen ist das eine wunderbar stimmige Idee. Denn während am Wochenende dann Rallye, Korso und jede Menge klassische Fahrzeuge im Mittelpunkt stehen, beginnt alles am Freitag mit einem Abend, der das Ganze emotional auflädt. Nicht laut, nicht hektisch, sondern mit genau der richtigen Mischung aus Lockerheit, Nostalgie und Vorfreude.
Und vielleicht ist das sogar das Schönste an diesem Format: Es will gar nicht übertreiben. Es braucht keinen großen Showeffekt. Kein künstliches Spektakel. Stattdessen setzt es auf das, was am Ende oft viel länger hängen bleibt: eine gute Geschichte, ein besonderes Auto, echte Musik und dieses feine Gefühl von Aufbruch, das irgendwo zwischen erster Zeile und erstem Gitarrenklang entsteht.
Die FörderFreunde PS.SPEICHER zeigen mit diesem Abend sehr schön, wie man ein Oldtimer-Wochenende nicht nur organisiert, sondern mit Leben füllt. Sie lockern das Programm nicht einfach nur auf — sie geben ihm einen emotionalen Einstieg. Einen Abend, der nicht nach Pflichtprogramm aussieht, sondern nach echter Einladung. Für Oldtimerfans. Für Musikliebhaber. Für Menschen, die Roadstories mögen. Und für alle, die sich von einem goldenen Käfer, einer verrückten Idee und einer Reise nach Rom gern ein bisschen mitnehmen lassen.
Denn sind wir ehrlich: Genau solche Geschichten machen Veranstaltungen besonders. Nicht nur die großen Programmpunkte, sondern die Momente, die Atmosphäre schaffen. Die Begegnungen. Die leisen Überraschungen. Das, worüber man am Ende sagt: „Das war wirklich schön.“
„In 20 Kilo nach Rom“ verspricht genau so ein Abend zu werden. Einer, der nach Sommer klingt. Nach Landstraße. Nach alten Autos und neuen Erinnerungen. Nach Freiheit im Kleinen. Und nach dem guten Gefühl, dass ein Wochenende voller Oldtimer kaum besser beginnen könnte.
Wer also schon vor dem offiziellen Start der Einbecker Oldtimertage Lust auf einen besonderen Einstieg hat, sollte sich diesen Termin merken. Denn wenn Thomas Küster erzählt, Michael Suermann die Geschichte musikalisch weiterschreibt und Goldie in der PS.Halle auftaucht, dann beginnt das Wochenende nicht einfach nur — dann rollt es an.
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